Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 1 (1862)
- Issue
- 2 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 130 (sequence 46)
- Language
- German
- Belongs to
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130 Necensionen. imb da er gehört, daß sie laut gerufen, sei er nn't Zurücklassung seines Gewandes entflohen. Dasselbe erzählt sie dann ihrem Manne, als dieser nach Hause kommt. Die Mitte des Berichtes ist bei näherer Betrachtung sehr auffallend. Was bezweckte das Weib mit dieser Anklage des Joseph bei ihren Dienstlcuten? Ihrem Manne die Anklage vorzubringen, dazu trieb sie der Rachedurst der verschmähten Liebe, um durch seine Bestrafung Joseph zu demüthigen; aber wozu ihren Dienstleuten? Sie wollte ihn, meint Bcreschith rabba c. 87, h-i Allcn i»׳s Gcrcdc bringen, נתנה אותו בפיהם של מלם, und alle Erklärer sprechen Dies gläubig nach, als gereiche ihr Dies zur Ehre oder werde ihr Rachedurst dadurch gestillt! Und während früher ausdrücklich gesagt wird, cs sei Niemand zu Hause gewesen, sind plötzlich, nachdem Joseph enteilt ist, alle Dicnstmanncn zur Hand, um sie herbeizurufen. Wie konnte sie ferner ihnen vorlügen, sie hätte laut geschrieen und darauf sei erst Joseph entflohen, da er ihnen doch dann hätte begegnen müssen? Ihrem Manne konnte sie etwas der Art Vorreden, umsomehr da eben Niemand im Hause war, aber nimmermehr ihren Dienstleuten, wenn diese unterdessen wirklich schon nach Hause zurückgekehrt gewesen. Dies beweist, daß V. '14 und 15 erst später hinzugesctzt sind. Ursprünglich schloß sich V. 16 an V. 13 an: Als sie sah, daß er sein Gewand in ihrer Hand zurück'gelassen und geflohen, da ließ sie sein Gewand bei sich, bis sein Herr nach Hause kam und sprach zu diesem re. Aus V. 17. 18 aber schob ein Späterer noch den Bericht an die Dienstlcute ein, den er mit dem an den Herrn eonform macht, und er verräth wiederum seine Zeit durch seinen Sp rach au sdru ck. Auch hier nämlich finden wir das -ISO, das wir oben kennen gelernt haben, das nach altem Gebrauche auch hier nothwcndig!לאו״ heißen müßte! Aber auch sonst noch finden sich in diesem engen Raume von zwei Versen deutliche Spuren eines unselbstständigen, einen früheren Bericht bald ungeschickt copirenden, bald aus Mißverstand umgestaltenden Ergänzers. Wenn das Weib, sich bei ihrem Manne beklagend, sagt (V. 17): es kam zu mir der hebräische Sklave, den du uns gebracht (אשל הבאת לנו), so sehen wir die Heuchlerin vor uns, die den Eifer ihres Mannes, ihre gekränkte Unschuld zu rächen, dadurch noch stacheln will, daß sie ihn selbst mit zum Veranlasser dieser Kränkung macht. Wenn sie aber auch zu den Dienstleuten sagt (V. 14)5 Sehet, da brachte er uns (הביא לנו) einen hebräischen Mann, so