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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1862-01-01 · 2 (1862) · p. Seite 123

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
1 (1862)
Issue
2 (1862)
Date
1862-01-01
Page
Seite 123 (sequence 39)
Language
German
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Popper: Stiftshütte. 123 der kindlichsten Verehrung für beide in den thalmud. Schriften"). Mit weit schärferem Bewußtsein finden wir diesen ebenso innigen wie freien Glauben bei den mittelalterlichen Lehrern der arabischen Schule. Es ist ein kühner Ausspruch des Jsaaki* **) ***)"), daß die Aufzählung der Reihenfolge der edomitischcn Könige 1 Mos. 36, 31 ff. erst zu den Zeiten Josaphat's niedergcschriebcn worden sei. Wenn Abra- Ham aben Esra gegen diese Behauptung eifert, so steht er doch selbst nicht an, bei manchen Stellen zwar verhüllt, aber doch für den Einfichtigen klar genug anzudeuten, dieselben seien erst später geschrieben. Sein Commentator Joseph b. Elieser enthüllt diese Anficht A. E.'s ohne Scheu, mit dem Hinzufügen, ״es sei ja auch gleichviel, ob fie Moses oder ein anderer Prophet geschrieben"""). Und von dieser Ueberzeugung aus legte bereits derselbe Aben Esra den zweiten Theil des Jesaias, d. h. von Cap. 40 an, einem andern späteren Propheten bei ff-). Die genannten Rabbinen geben solche freie Urtheile nun blos zu einzelnen Stetten, ohne fich weiter über die Grundsätze auszusprechen, die sie zu solch kühnem Verfahren berechtigen. Allein die Berechtigung dazu fanden sie in ihrer tiefen religiösen Auffassung. Sie fühlten sich von demselben Geiste durchdrungen, der aus der heiligen Schrift sie belebend anhanchte, und da war es ihnen gleichgültig, ob ein Stück von dem Einen oder dem Anderen, in früherer oder späterer Zeit niedergcschrieben worden. Die Offenbarung wurde im Judenthume immer mehr alles sinnlichen Mediums entkleidet, alte Uebersetzer und Punctatorcn arbeiteten schon gemeinschaftlich darauf hin, jedes ״Gott sehen" zu verwischen fff-), mit ihnen arbeitoten übereinstimmend die philosophischen Erklärer. Es blieb nur die Offenbarung im Geiste, sie war kein äußerliches Wunder, das durch *) Vgl. den unten in der ״Journal-Revue" folgenden Aufsatz: Chronik und Koheleth. **) Ob derselbe Jsaac ben Salomo aus dem 10., oder I. b. Jusos aus dem 11. Jahrh. ist, ist noch streitig und soll hier nicht entschieden werden. ***) Vgl. Ausführlicheres über Joseph ben Elieser im nächsten Hefte, f) Vgl. meine Wissenschaft!. Aeitschr. für jüdische Theologie II. (1836) S. 553 ff. und Nachman Krochmal's Moreh nebuche Ha:Seman (Lernberg 1851) S. 9b ff. ff) Vgl. meine ״Urschrift rc." S. 337 ff., auch oben Seite 43 über Symmachus.

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