Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 1 (1862)
- Issue
- 2 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 113 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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lir. Die Semitentafel. 113 Arpachschad und Schwach in unserer Liste vorkommt. Nur als die Sprache die volle Bestimmtheit jedes einzelnen Wortes einbüßte, blos die allgemeine Bedeutung stch erhielt, konnte es einem Schriftsteller einfallen in solcher Art sich auszudrückcn, der aber selbst denn doch wieder zum alten Gebrauche zurückkehrte. Diese sprachliche Erscheinung ist für den Bericht über Arpachschad und Schelach (V. 12—15) entscheidend, doch können diese zwei nicht etwa von der ganzen übrigen Liste getrennt und allein als Zusatz betrachtet werden. Zwar könnte man dafür anführen, daß beide auch bei den Nachkommen der Semiten 10, 21 ff. auffallend vernachlässigt werden, von ihnen gar kein sonstiger Sohn genannt wird (V. 24), während von Sem und Eber eine große Zahl von Seitenlinien aufgeführt wird. Allein neben Sem galt Eber, wie in der späteren Sage, so schon in ältester Zeit, als wichtigster Stammvater, so daß Sem auch geradezu (V. 21) Vater aller Söhne Eber's genannt wird, die Stammeserinnerungen daher sich blos an diese beiden knüpfen und die Mittelglieder blos lose anschließen, gerade wie unter den sieben Söhnen Jefeth's (V. 2 ff.) blos Gomer und Jawan genauer verfolgt wird, unter den Söhnen Ham's (V. 6 ff.) von Put keine Nachkommen angegeben werden. Die Liste in Cap. 11 mußte jedenfalls von vornherein ohne Lücke sein, und wenn Arpachschad und Schelach Merkmale von späterer Abfassung an sich tragen, so gilt Dies von der ganzen Liste. Sie ist demnach im Ganzen eine erst spätere Einfügung, beruht nicht auf überlieferten Stammesberichten, ging vielmehr aus schriftstellerischer Nedaction hervor, die nach bewußten Motiven verfährt, sie ist das Werk der Reflexion. Es ist wohl anzunehmen, daß von vornherein verschiedenartige Gesichtspunkte bei ihr bestimmend waren und daß sie, je nach dem Vorwalten des einen oder andern dieser Gesichtspunkte, schon von Anfang an in abweichenden Fassungen cursirte, die drei verschiedenen Textrecensioncn daher ziemlich gleichen Alters seien. Dafür spricht auch die durchgehende Abweichung, welche unter denselben herrscht und die noch die bei den Sethiten überwiegt. Dennoch erscheint die Gestalt, in welcher unser Text die Liste bringt, gegenüber dem der 70 und des Samaritaners als der verhältnißmäßig ursprünglichere, erstens weil der letztere an der Summe der Lebensjahre für jeden einzelnen Patriarchen — mit Ausnahme Eber's und Therach's, worüber später —, wie sie sich aus unserm Texte ergiebt, wenn sie auch in diesem nicht gezogen wird, trotz seiner Abweichun-