Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 1 (1862)
- Issue
- 2 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 108 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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108 in. Die Semitentafel. Lnderungen, für die uns sonst gar keine Handhabe gegeben wird, durch die Combination von verschiedenartigen Berechnungen, die uns zwar als ganz einflußlos erscheinen, die aber den Alten so wichtig waren, daß sie vor keinem noch so kühnen Versuche zur Beseitigung der ihnen daraus erfolgenden Widersprüche zurückschreckten. Wir müssen lernen uns in die Betrachtungsweise dieser alten Zeit hineinzuvcrsetzen, wir müssen ihre Angaben, die aus früheren Lösungen entsprungen sind, genau prüfen, um aus ihnen die früher vorgelegencn Schwierigkeiten crrathen zu können. Darin hilft uns gerade die verschiedenartige Lösung, die zu verschiedenen Zeiten versucht wurde, und die uns glücklicherweise in den verschiedenen Recensionen geblieben ist. Gehen wir so ausgerüstet zu unscrm eigentlichen Thema, den zwei ersten Geschlechtsregistern in der Genesis. Wir beginnen mit dem zweiten. Je näher der geschichtlichen Zeit, um so offener liegen die Motive, um so besser hatte sich auch der ursprüngliche Bericht an die folgende Erzählung angcschlossen; je weiter wir hinauf in die Urzeit reichen, um so regelloser war der Bericht, um so eingreifender waren die Verbesserungen, so daß es schwer ist, ihn in seiner ursprünglichen Gestalt, die die Schwierigkeiten darbot, wieder zu erkennen, und so gehen wir vom Leichteren zum Schwereren weiter. Es fehlt nicht an Erklärungs-Versuchen der abweichenden Zahlenangabcn, die bis zur neuesten Zeit unternommen worden; wir werden uns jedoch nicht auf die Bekämpfung derselben einlassen, da ihre Erklärungen sich für jeden Unbefangenen als durchaus künstlich erweisen und zum Schlüsse Nichts erklären. Ihr Hauptfehler lag darin, daß sie das leitende Motiv nicht erkannten. So hat, um nur der letzten Versuche zu gedenken, Bertheau (Jahresbericht der DMG. für das I. 1845 S. 40 ff.) an verschiedene chronologische Systeme gedacht und immer blos die Gesammtsumme aller Geschlechter im Auge, welcher die Bibel gar nicht gedenkt, und die, wenn sie der Zweck wäre, vom Texte selbst oder von den freien Ueberarbeitern, den 70 und dem Samaritaner, doch irgendwo eingefügt worden wäre, und dabei fehlt es nicht an willkürlichen Emendationen, die gar keine Stütze haben. Andeutungen aber in irgend einer alten Mittheilung für dieses Motiv sind nirgends vorhanden. Frankel (Einfluß u. s. w. S. 71 f.) ist, wie immer, mit seinen Abschreibefchlern bei der Hand, eine ultima ratio, die blos eine Hülle für den Mangel an Verständniß ist. Gr ätz endlich (Franke? s Monats-