Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 1 (1862)
- Issue
- 2 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 106 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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106 III. Biblische Zahlen. anlassung nicht sein, vielmehr nehmen sie an, daß der Mensch, wenn er in die Nähe des Alters von Vater oder Mutter, gegen 5 Jahre vor oder nach demselben, gelangt, er sich auf sein Lebensende gefaßt machen müsse. Nun ist Sarah 127 Jahre alt geworden (23, 1), Jsaac hatte demnach, als er 123 Jahre alt war, Grund, an sein eigenes Lebensende zu denken (Bercsch. rabba c. 65). Was treibt nun die Thalmudistcn zu dieser scheinbar ganz willkürlichen Annahme eines Zeitraumes von 14 Jahren, der in der Mitte liege zwischen Segen und Abreise einerseits und Ankunft in Haran andererseits, zu der Annahme, Jacob habe sich anderswo diese 14 I. aufgehalten? Sie deuten cs uns selbst an. Als Jacob nach dem Segen nämlich abreiste, heißt cs (28, 8. 9): Als Esau sah, daß die Töchter Kanaan's seinem Vater Jsaac zuwider waren, da ging er zu Jsmael und nahm die Machalath, Tochter des Jsmael, Schwester des Nebajoth, sich zur Frau. Ging er zu Jsmael, so schließen sie, so war dieser noch am Leben, Jsmael war aber 14 Jahre älter als Jsaac, da Abraham bei der Geburt des ersteren 86 (16, 16), bei der des letzteren 100 Jahre alt war (21, 5); wäre demnach Jsaac, als er Jacob segnete, wie die einfache, von den Samaritanern fcstgehaltene Berechnung ergiebt, bereits 137 Jahre alt gewesen, so wäre Jsmael, dessen ganzes Lebensalter sich blos eben so hoch beläuft, bereits 14 Jahre tobt gewesen. War nun Jsmael noch am Leben zur Zeit des Segens Jsaac's, so muß Dies jedenfalls 14 Jahre früher gewesen sein*). *) Auch dafür, daß sie bei dieser kürzesten nothwendigen Aurückdatirung von 14 Jahren bleiben, haben sie ihren Grund. Machalath, welche Esau sich zum Weibe nahm, wird nicht blos als Tochter Jsmael's, sondern auch als Schwester Nebajoth's bezeichnet; warum Dies? Weil, meinen sie, Jsmael gerade, nachdem er sie dem Esau bewilligt, gestorben und Neb. sie dann ihm verehelicht habe! Wie es scheint, nahm bereits Josephus an dieser Doppelbezeichnung der Machalath (oder wie er sie nach 36, 3 nennt: Basemath, was die Sam. umgekehrt corrigiren) Anstoß, nur daß er ihn in abweichender Weise beseitigt. Alrerth. I. 18, 9 berichtet er nämlich, Rebekka habe chren Mann bewogen, Jacob nach Mesopotamien zu schicken, um sich eine stammverwandte Frau zu nehmen und fährt dann fort: 7/H8rj yag xal ’Iö[Uxr)Xov %'vyaxkQa, zov 7tazQog av.ovzog, Haavog TtaQSilwcpEi 7tQog yafiov Bu6e[i[iad'riv. Was soll das heißen, Esau habe die Tochter Jsmael's wider den Willen des Vaters genommen? Soll Dies besagen: wider den Willen seines Vaters Jsaac, so widerspricht Dies nicht blos den Worten der h. S., sondern auch seinen eigenen, indem er hinzufügt: Denn da