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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1862-01-01 · 2 (1862) · p. Seite 92

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
1 (1862)
Issue
2 (1862)
Date
1862-01-01
Page
Seite 92 (sequence 8)
Language
German
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92 li. Die Orgel. Collegium von sechs der ausgezeichnetsten damaligen Rabbinen, mit der entschiedensten Mißbilligung abgewiesen (Ha-Schirim ascher li- Schclomo, Vorrede). Die principielle Abneigung gegen Gesang und Musik in der Synagoge beruht daher auf einer abnormen Gemüthsverfassung, die keine Beachtung verdient. Die zweite Frage würde lauten: 2) Ist Instrumental-Begleitung bei dem synagogalen Gottesdienste an Sabbathen und Festtagen gestattet? Auch das Bedenken dagegen beruht auf einem Complexe trüber Verwirrungen. In der Zeit des Tempels zu Jerusalem bestand, wie bemerkt, das Wesen des Gottesdienstes im lcvitischen Gesänge mit Instrumental-Begleitung neben den Opfern, und je höher die Feier des Tages war, um so feierlicher war Gesang und Musik. Und was zur gottesdienstlichen Feier im Tempel zu Jerusalem an Sabbathen und Festtagen nicht blos gestattet, sondern wesentliches Crforderniß war, sollte in unseren Gotteshäusern geradezu verboten sein? Allerdings, erwidern die Gegner, der Gottesdienst in Jerusalem war von so hoher Bedeutung, daß das Sabbathverbot demselben weichen mußte; unser Gottesdienst hat diese Bedeutung nicht. — Lassen wir die Frage, ob ein solches Sabbathverbot überhaupt cxistirt, vorläusig auf sich beruhen — wir kommen darauf zurück — und halten uns zuvörderst an die Bedeutung unseres Synagogen-Gottesdienstes gegenüber dem Tempcldienste! Unser Gottesdienst, der, nachdem ein jüdisches Staats- und Volksleben geschwunden ist, der äußere Zusammenhang unter den Juden immer lockerer wird, das äußere umschlingende Band daher lediglich der Gottesdienst ist, während alle andere jüdische Religionsübung dem Einzelnen und dem Hause verbleibt, unser Gottesdienst, der demnach fast allein die hohe Mission hat, die Gemeinde zu einer großen Einheit zu gestalten, ihr das Bewußtsein ihrer Zusammengehörigkeit lebendig vorzuführen, er sollte nicht die Bedeutung haben, welche der Tcmpcldicnst hatte, neben welchem Staat, Gesetz und sämmtliche Lebensverhältnisse die Gesammthcit eng verknüpften? Wir dürsten die Synagoge gleichgültiger behandeln als ehemals den Tempel, mit ihr, dem einzigen Gemeinde-Institute, das wahrhaft das Symbol der ganzen großen Gemeinde ist, um die Mittel der Wirksamkeit markten, ihr die Feier entziehen, die im Tempel als erforderlich erachtet wurde, aus ärmlicher Bangigkeit? Das ist saddnc ä i sch - k a r ä i s.ch e buchstäbelndc Starrheit, gegen die der Pharisäismus

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