Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 2 (1863)
- Issue
- 1 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 59 (sequence 62)
- Language
- German
- Belongs to
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Gutachten des Chajim Or sarua. 59 gedruckt ist, so sind doch seine Discussionen und Entscheidungen in alle späteren Werke der deutschen Schule übergegangen, und auch Chajim's Erörterungen haben ihre Stelle gefunden, so daß der Druck dieser im gewöhnlichen Geleise halachischcr Mikrologie sich bewegenden Gutachten nach keiner Seite hin belehrend ist. Von Interesse war mir, daß man damals doch noch hebr. Gedichte nach arabischem Metrum, d. h. nach Jathed und Thenuoth — was wir wohl von Jakob Tham wußten — anfertigte, wie wir einem solchen in der Ueberschrist zu Ga. 57 S. 17 a begegnen. Ein halachisches Werk ערוגה ר,בושם von Abraham b. 'Esriel, das Ga. 185 (S. 626) angeführt wird, ist mir sonst nicht bekannt. Von weit größerem Werthe sind die Beilagen zu Nr. 4, welche 1) eine dem Salomo Adereth beigelegte Streitschrift gegen einen Mohammedancr (S. 1—24), 2) den Anfang des Comm. zu den thalm. Agadah's von Adereth (bis S. 56) und 3) ein Fragment aus der Vorrede Jakob Anatoli's zum Malmad ha-Thalmidim (bis S. 61) enthält. Diese Stücke sind sämmtlich von literarhistorischem Werthe. Die beiden ersteren rühren von einem Manne her, der klaren Blick genug harte, so daß seine Worte, zumal in solchen Fragen von allgemeinem Interesse, besondere Beachtung verdienen, und der ein so entscheidendes Ansehen gewonnen hatte, daß seine Aussprüche maßgebend wurden; der Malmad und sein Verfasser aber haben zu ihrer Zeit eine bedeutende Rolle gespielt, so daß uns eine nähere Kenntniß desselben erwünscht ist. Herr Di׳. Perles verdient daher Dank, daß er diese Schriftchen veröffentlicht hat. Auch ist kein Bedenken vorhanden, mit der Handschrift die Autorschaft der Streitschrift gegen den Mohammedaner dem Adereth beizulegen, wie denn Steinschneider selbst den Zweifel, welchen er früher ausgesprochen, und dem der Verf. in Anm. 118 S. 78 entgegentritt, im Wesentlichen zurückgenommen hat (Oatal. Bodlej. S. 0XXIII). Es mag sogar eine Stelle in dieser Streitschrift zu einem Briefwechsel Adereth's mit Sulami geführt haben. A. sagt nämlich in ihr S. 12, ein jeder Verständige werde wohl einsehen, daß, wenn es bei der sinaitischen Offenbarung heiße, das Volk werde hören, was Gott mit Moses rede, dieses ebenso wie alles Sehen, welches dort erwähnt werde, nicht ein Hören und Sehen mit den Sinnen bezeichnen solle, sondern mit der Vernunft. Diese gelegentliche Aeußerung war so recht nach dem Sinne der provenealischen Freunde philosophischer Bibelauffassung, und Samuel Sulami erklärte ihm deßhalb sein volles Einver-