Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 2 (1863)
- Issue
- 1 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 52 (sequence 55)
- Language
- German
- Belongs to
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52 II. Sadducäer und Pharisäer. über Miba so entrüstet gewesen sein, daß er das harte Wort zu ihm gesprochen: Du hast mich beim Schlachten widerlegt, durch Schlachten wird Dein Tod sein, d. h. Du wirst keines natürlichen Todes sterben!^0) Nicht minder ist auch Jsmael der Vertreter der Ansicht, es dürsten sich an das Schlachten des Passahopfers noch weitere Ausführungen am Sabbathe anschließcu, welche die anderen Lehrer verwarfen27). Also die ältere Schule geht in dieser Consequenz weiter, sie schließt sich an Hillel an, der zu seiner Zeit noch weiter gegangen war; denn damals hatte dies energische Ausprägen des Princips seine Bedeutung und Berechtigung, und man ging später nur davon ab, weil die Verhältnisse es nicht mehr nöthig machten 28). Wie enge die dritte Deutung Hillel's mit dem Kampfe des Pharisäismus namentlich gegen das damals trotzig sich erhebende Boethusenthum in Verbindung steht, liegt auf der Hand und wird auch durch ein ausdrückliches Zeugniß bestätigt. Es hatten nämlich vorzugsweise die Boethusier die Ansicht aufgebracht, der wörtliche Sinn der Verse 3. Mos. 23, 11. 15. 16 verlange, daß das Omer nicht am zweiten Tage des Pafsahfestes, sondern an dem Sonntage im Passahfeste dargebracht, und das Wochenfest demgemäß an dem sieben Wochen darauf folgenden Sonntage gefeiert werden müsse; die Pharisäer hingegen hielten an der Ansicht fest, es müsse die Darbringung des Omer am zweiten Passahtage Statt finden und das Wochenfest an dem entsprechenden Wochentage sieben Wochen nachher gefeiert wer- 26) Nach j. G. soll das entschiedene Entgegentreten Ak.'s gegen seinen Lehrer damit motivirt werden, weil dieser selbst den Akiba früher das Gegentheil gelehrt habe; Dies wird mit den Worten ausgedrückt: 'לפי שהיה ר ״ ,ליעוד מלמדו הקיבה ובא שאין חגיגה דוחה שבת וכפר בו בשעת הדיןweil Elieser ihn gelehrt hatte, das Wallfahrthsopfer verdränge nicht das Sabbathsverbot, er es ihm nun aber in der Discussion geleugnet", als hätte sich der Streit um das Wallfahrtsopfer gedreht, gerade wie bei Juda b. Dorotheus, resp. HEel! Der Commentator z. St. corrigirt freilich חגיגה in הדיה. 27) jeruf. Peßachim 6, 1: תני ר' ישמעאל הפשיטו דוחה את השבת, also auch das Abziehen der Haut! 28) Offenbar beruht in ähnlichen Gründen der Nachdruck, welchen Hillel darauf legt, daß die israelitischen Eigenthümer auch an Festtagen die Hand auf ihr Wallsahrtsopfer legen, daß ferner sämmtliche Privatopfer für das Fest am Festtage dargebracht werden dürfen, vergl. Mischnah Chagigah 2, 2. 3. 4.