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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1863-01-01 · 1 (1863) · p. Seite 46

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
2 (1863)
Issue
1 (1863)
Date
1863-01-01
Page
Seite 46 (sequence 49)
Language
German
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46 11. Sadducäer und Pharisäer. nicht haben, wie denn auch die jerus. Gemara — die trotzdem, daß in ihrem Berichte Nichts davon steht, cs doch voraussetzt — die Frage aufwirft: Vergeht ja kaum ein Jahrstebent, ohne daß der Rüsttag des Passah auf einen Sabbath trifft, wie konnte also die Bestimmung darüber vergessen werden? Die Antwort der jerusal. Gern., die dieses Vergessen zu einem providentiellen Wunder macht, damit Hillel zum Fürsten eingesetzt werde, kann uns natürlich nicht genügen. Die Antwort ist vielmehr einfach die: entweder drang erst jetzt der Pharisäismus durch mit seiner Gestattung, das Passah am Sabbathe zu schlachten, während man in früherer Zeit vor Sabbath oder erst am Festabend das Schlachten vollzog, oder — was wahrscheinlicher ist — cs hatten früher die Priester keine Schwierigkeit gemacht, und erst der unter Herodes, dem Zeitgenossen Hillel's, cm* porgckommene trotzige Boethusen-Adel wollte das Volk znrückstoßen, und es gelang nur der Energie Hillel's, dieses Beginnen zu vereiteln. Das andere Moment, worin sich die babyl. Gem. unterscheidet, indem nach ihrem Berichte die ״Söhne Bathira's" sich ganz gutwillig fügten, weder früher Bedenken gegen Hillel's Berufung zur Entscheidung, noch später einen Einwand gegen seine Argumentationeu erhoben, — auch Dies gehört mit zur Abänderung der späten Zeit, die auf diese Weise Hillel's unangefochtene Autorität feststellen will, und dennoch weiß auch die babyl. Gem. von Einwendungen, wie sie die jerusal. Gemara aufstellt, ohne daß ihr Bericht deren erwähnt! Sehen wir jedoch von diesen geringfügigen Nebenumständen ab, so bleibt als historisches Ergebniß, daß Hillel die Gleichstellung des heiligsten Privatopfers, des Passah, mit den Tempelopfern gegen die Priesterpartei durchgesetzt hat; das war ein Sieg der gesummten Volksheiligkeit gegenüber der Exklusivität der Priester, ein Sieg des Pharisäismus über den Sadducäismus! Und dieses Durchdringen Hillel's gegen die Anmaßung der Priestcrpartei steht nicht vereinzelt; es werden noch andere ähnliche Bestimmungen auf ihn zurückgeführt, und gerade darin seine providenticllc Mission erkannt, darin die hohe Bedeutung der Einwanderung Hillel's gefunden. Die jerus. Gem. schließt nämlich an das bis jetzt besprochene Ercigniß noch Folgendes an, das offenbar gleichfalls einer alten Baraitha angehört: ״Wegen drei Dinge kam Hillel aus Babel: 1. Es heißt 3. Mos. 13, 37: Der Priester erkläre ihn (den, bei welchem der Aussatz sich nicht ausbreitet und sich demnach

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