Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 2 (1863)
- Issue
- 1 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 43 (sequence 46)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2420973-2420979-2420980--0375-2421210- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
11. Sadducäer und Pharisäer. 43 Wichtigere und durch gleichen Gebrauch der Schriftworte. Durch Gleichstellung: Das tägliche Opfer ist ein Opfer für die Gesammtheit, und auch das Passahopfcr ist ein solches, das ja für Alle gilt; wenn nun bei dem täglichen Opfer das Sabbathverbot zurückstehen muß (4. Mos. 28, 10), so dann auch beim Passah. Durch den Schluß vom Geringeren auf das Wichtigere: Die Unterlassung des täglichen Opfers zieht keine Vernichtungsstrafe nach sich und dennoch wird es am Sabbathe nicht unterlassen, um wievielmehr muß das Passah, dessen Unterlassung mit Vernichtungsstrafe bedroht ist (4. Mos. 9, 13) auch am Sabbathe dargebracht werden! Durch gleichen Gebrauch des Schristwortes: Vom täglichen Opfer heißt es (4. Mos. 28, 2), es werde dargebracht ״zu seiner Zeit", und damit ist ausgedrückt, daß es auch am Sabbathe nicht unterbleibe *ף, so darf denn auch das Passah, von dem es gleichfalls heißt (4. Mos. 9, 13), daß es ״zu seiner Zeit" dargebracht werden müsse, nicht am Sabbathe unterbleiben. Sie aber erwiderten: Haben wir ja mit Recht bezweifelt, ob von dem Babylonier etwas erwartet werden dürfe. Gegen die Gleichstellung ist einzuwenden, daß das tägliche Opfer eine bestimmte Zahl hat — eines Morgens, ein zweites Abends —, während der Passahlämmer unendlich viele dargebracht werden. Gegen die Folgerung vom Geringeren zum Wichtigeren ist einzuwenden, daß andererseits auch das tägliche Opfer höher steht, da es als Ganzopfer zu den heiligsten Opfern gehört, während das Passah, als von den Eigenthümern genossen, zu der Gattung der geringeren Heiligthümer zählt. Gegen die Gleichheit des Schristwortes ist einzuwenden, daß man so aus sich — d. h. ohne traditionell es überkommen zu haben — durch solche Gleichheit des Ausdrucks keine Bestimmungen festzustellen berechtigt ist. Obgleich er nun den ganzen Tag Deutungen vorbrachte, nahmen sie es doch nicht von ihm an, bis er zu ihnen sagte: es komme über mich (Strafe)! Ich habe also von Schemajah und Abtalion gehört. Als sie Solches von 15) Vers 2, also auch das ״zu seiner Zeit", bezieht sich nach einfacher Auffassung noch gar nicht auf das tägliche Opfer, vielmehr auf die seststehenden Opfer insgesammt, von denen aber ein jedes einzelne zu seiner Zeit, das tägliche täglich, das für den Sabbath am Sabbath u. s. w. darzubringen ist. Es kann demnach von diesem Ausdrucke gar Nichts erwiesen werden. — Beim Paffah steht das ״zu seiner Zeit" gegenüber der Verschiebung aus den späteren Monat wegen Verunreinigung.