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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1863-01-01 · 1 (1863) · p. Seite 28

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
2 (1863)
Issue
1 (1863)
Date
1863-01-01
Page
Seite 28 (sequence 31)
Language
German
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28 11. Sadducäer und Pharisäer. Die דמי טהרה sind daher Blut ihrer Reinigung, das He ist mit Mappik zu versehen. Die Pharisäer, die schwere Belästigung scheuend, ein Weib so lange dem ehelichen Umgang zu entziehen, die Heiligfeit der Dinge und des Tempels nicht auch auf die Personen zu übertragen gewillt, behaupten, daß das Weib in dieser Zeit vollkommen dem ehelichen Umgänge freigegeben werde, ja, daß im Gegentheil, während sonst jedes Sichtbarwerden von Blutspuren des Weibes Unreinheit bewirken, in diesem Falle das Blut als bloße Nach- Wirkung der Geburt gar nicht beachtet werde, das דמי טהרה geradezu reines Blut bedeute, daher das He auch ohne Mappik zu lesen, und nicht zu übersetzen sei: Blut ihrer Reinheit (da sie doch in der That noch nicht in allen Beziehungen rein ist, der Berührung alles Heiligen und des Eintritts in den Tempel sich zu enthalten hat), sondern: Blut der Reinheit, d. h. reines Blut 7). Auch hier verstehen sich offenbar die Pharisäer zu einer exegetischen Künstelei, um dem Leben eine Concession zu machen, ohne das Bibelwort verdrängen zu müssen. Von anderen Differenzen, welche der Scholiast zur ״Fastenchronik" als solche bezeichnet, indem die Boethusen sich dabei strenge an das biblische Wort gehalten, habe ich Urschrift S. 148 f. die Zuverlässigkeit des Berichtes bezweifelt, da ältere Quellen darüber schweigen. Doch dürften von einigen wohl noch Spuren aufzusinden und die Differenz zuzugeben sein. So mag es wohl begründet sein, daß die alte Zeit, also Sadducäer und alte Halachah, bei dem Acre der Chalizah von Seiten der Frau das Spucken in's Angesicht des Schwagers verlangte, während erst der sich weiter entwickelnde Pharisäismus sich mit dem Ausspucken vor seinem Angesichte begnügte, eine Milderung, die mit der ganzen Entwickelung des Gesetzes zusammenhängt, wie in einem folgenden Aussatze nachgewiesen werden wird. — Ebenso mag zwar das ״Auge um Auge" niemals oder selten thatsächlich ausgeführt, aber doch von den Saddueäern theoretisch festgehalten worden sein, wie denn die alte Halachah, und zwar Elieser b. Hyrkan, als Repräsentant derselben, gleichfalls diese Ansicht vertritt (Baraitha in b. Baba kamma 84a, Mechiltha Mischpatim 6. 8, wo Elieser st. Jizchak zu lesen, wie richtig in Jalkut N. 338 Ende, die Lesart auch sonst noch corrumpirt ist, vgl. he-Chaluz VI S. 28). 7) Zeitschr. I. S. 51 Z. 2 v. u. sind die Worte: ״Tage" und ״reine Lage" zu streichen.

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