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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1863-01-01 · 1 (1863) · p. Seite 26

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
2 (1863)
Issue
1 (1863)
Date
1863-01-01
Page
Seite 26 (sequence 29)
Language
German
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26 11. Sadducäer und Pharisäer. Die Passahmahlzeit bot ein Vorbild, allein man beschränkte sich nicht darauf, man ordnete solche Syssitien auch für andere Feier- und Festtage an. Allein hier traten die schweren Sabbathvorschristen in den Weg. War bei dem Paffahmahle das ganze Opferlamm nach Vorschrift in dem Genossenschaftshause, versammelte man sich zum Genüsse desselben schon vor Eintritt des Festes: so mußten für andere solche Festmahle die Speisen von den verschiedenen Theilnehmern aus ihren Häusern zusammengebracht werden, beschränkte man sich ferner bei den Sabbathcn nicht auf den Eingang des Tages, der mit dem Augenblicke seines Eintritts durch Weihe beim Weine (Kiddusch) begrüßt wurde, sondern man beging noch eine zweite Mahlzeit am Mittage und eine dritte zum Sabbathausgange, die noch am Tage begonnen ward, und in deren Mitte, wenn der Tag schied, dann wiederum eine neue Weihe des Mahles durch Anzünden des Lichtes und des Räucherwerks — das am Sabbathe verboten war — und wiederum durch Segensspruch beim Weine für den Abschied vom Sabbathe (Habdalah) eintrat. Wie konnte man nun dies Alles vornehmen, ohne die Strenge der Sabbathvorschristen zu verletzen? Auch ihren Mahlzeiten einen so hohen priesterlichen Charakter beizulegen, daß vor diesem das Sabbathverbot in den Hintergrund treten müsse, dazu waren die Pharisäer zu gewissenhaft, zu ängstlich; doch mußte Rath geschafft werden. Dafür erfand man die ideellen Raumverbindungen. Höfe wurden vereinigt, indem Ln den einen, welcher als der der Genossenschaft dienen sollte, vor dem Sabbathe von jedem eine Speise gelegt wurde, die den ganzen weiten Raum als einen gemeinschaftlichen bezeichnen sollte, Straßen Lammes re. Eine alte Baraitha, welche in Thoßeftha Peßachim e. 4 Ende und bab. das. 64 b aufbewahrt ist, erzählt, Agrippa habe einst die Anzahl der Israeliten kennen wollen, da habe er die Priester beauftragt, die Anzahl der Paffahlämmer zu vermerken; es fanden sich 1,200,000. Nun aber, fährt die Bar. fort: עליו יותר מעשרה (o. ואין לך כל פסח ופסח שלא היו (נמנו (0. מנויין (בני אדם, es war;a kein Lamm, für das nicht mindestens zehn Personen vereinigt waren; die Anzahl der Israeliten war demnach jedenfalls die zehnfache. Selbst die davon abgehende Ansicht der jüngeren Halachah bietet noch Haltpunkte für den von ihr aufgegebenen alten Brauch. Steht ja die Feststellung der Zehnzahl für gottesdienstliche Verrichtungen im engsten Zusammenhänge mit diesen Genossenschaften; denn aus ihren Zusammenmenkünften gingen die Versammlungen zu gemeinsamen Gebete mit allen seinen Anordnungen hervor.

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