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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1863-01-01 · 1 (1863) · p. Seite 23

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
2 (1863)
Issue
1 (1863)
Date
1863-01-01
Page
Seite 23 (sequence 26)
Language
German
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n. Sadducäer und Pharisäer. 23 Aus jener Differenz nun, daß die Sadducäer Haut und Knochen des Aases als verunreinigend erklären, während die Pharisäer sie zum Gebrauche verstatten, erhalten erst zwei Debatten, welche uns über-- liefert sind, die vielfach besprochen, aber niemals richtig erklärt, auch von mir in der ״Urschrift" noch nicht genügend erkannt worden sind, ihre volle Beleuchtung, wie ich sie bereits an beiden a. O. auseinandergesetzt und hier kurz resumiren will. In Mischnah Jadajim 4, 6 wird nämlich die Klage der Sadducäer gegen die Pharisäer erwähnt, daß diese eine Berührung der heiligen Schriften als verunreinigend bezeichnen, während die der homerischen Schriften nach ihnen nicht verunreinige; Beides nämlich ist vom Standpunkte der Sadducäer falsch. Denn die Berührung des Heiligen heiligt nach ihnen, und verunreinigt nicht, während die Pharisäer zur Fernhaltung vom Heiligen den als unrein betrachten, der es berührt, wie in ״Urschrift" des Weiteren begründet ist. Hingegen behaupteten die Sadducäer, daß die Berührung homerischer, d. h. überhaupt aller nichtjüd. Schriften, da sie auf Pergament geschrieben sind, welches aus Häuten nicht rite geschlachteter, also dem Aase gleich geachteter Thiere gearbeitet ist, verunreinige. Diesen Vorwurf der Sadducäer, daß die Pharisäer durch ihre Behauptung die heiligen Schriften gegenüber profanen herabsetzen, steigert dort Jochanan ben Sakkhai ironisch, indem er עתיד לדורשה. Er kann freilich, wenn er es auch Ezechiel zuläßt, aus besonderer Frömmigkeit sich des ״Gefährdeten" enthalten zu haben, den Priestern es nicht als auszeichnende Pflicht auferlegen. Auch die Karäer, welche das ״Gefährdete" auch den Nichtpriestern verbieten, würden mit der Umdeutung des נבלה Ln beiden Stellen des Ezechiel Nichts gewonnen haben; sie bleiben daher, soweit wir aus dem Comm. des Jacob b. Rüben (gedr. in מבחר ישרים Koslof, 1834) ersehen, bei dem natürlichen Sinne. Zur ersten Stelle weist I. b. R. blos die Erklärung eines ״Einfältigen" ab, unter נבלה seien vom Baume gefallene, unter טרפה von Vögeln benagte Früchte zu verstehen: ואמר פתי חסר דע כי הנבלה הם הם הפירות הנופלים מהאילן והטרפה הסירות שינשכום העופות. Zur zweiten Stelle meint er, Israeliten dürsten zur Lebenserhaltung solche verbotene Speisen essen, nur daß sie dann die Waschungen wegen Unreinheit vorzunehmen haben, Priester dürften dies aber Ln keinem Falle: ואולם התיר לישראל לקיום נפש על מנת שיכבסו בגדיהם, והם אסורים לכהנים אף על פי לקיום נפש. Der Syrer jedoch folgt in der ersten Stelle der thalmudischen Deutung und scheut diese auch nicht bei der zweiten, wählt jedoch da einen härteren Ausdruck. Diese Stellen sind übrigens wieder ein schlagender Beweis dafür, daß die syrische Uebersetzung ihre Entstehung Juden verdankt.

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