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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1863-01-01 · 1 (1863) · p. Seite 18

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
2 (1863)
Issue
1 (1863)
Date
1863-01-01
Page
Seite 18 (sequence 21)
Language
German
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18 11. Sadducäer und Pharisäer. mieden die verunreinigende Nähe der Fremden und führten einen unermüdlichen Kampf gegen die einreißenden Mischehen; darum nannte man siedie Paruschim (l. Per.), die Abgesonderten, Pharisäer... An zwei Polen hatten sich also ans der Masse — dem Am Haarez — gesonderte Kreise ausgeschicden: der alte Adel der Priesterfamilien, der die nationale Erinnerung sowohl wie die Zukunft des Volkes rcpräsentirte, dem aber das Interesse seiner Familie über dem öffentlichen stand, und auf der andern Seite ein Kreis des vorzugsweisen religiösen Eifers, der Gesetzeskunde, der literärischen Bildung, der vielfach verstimmt und erbittert jenem lau gewordenen Patriziat gegenüberstand." Der Druck des Auslandes machte aus diesen beiden gesellschaftlichen Richtungen wirkliche Parteien. ״So standen die strenggesinnten, fanatischen Volksführer dem vornehmen, kalten Hochkirchenthum des Tempeladcls feindselig gegenüber. Auf seine Orthodoxie that man sich auf beiden Seiten viel zu gut — der Unterschied war nur der, daß die Pharisäer demokratische, vorwärts drängende, mit apokalyptischer Schwärmerei vermischte Frömmigkeit vertraten, während die Saddukäer stolz waren, das Ceremoniel des Tempeldienstes am sichersten und elegantesten zu handhaben, und der unruhigen Sehnsucht der erhitzten Demokratie gegenüber sich befriedigt fühlten in ihrer hohen Stellung und in der ungestörten Ausübung ihres Amtes . . . Daß dies die Stellung beider Parteien gegen einander gewesen sei, läßt sich aus den religiösen Debatten erweisen, die uns überliefert sind . . . Der Inhalt dieser Debatten weist aus, daß die Saddukäer keineswegs etwa hellenisirte Freigeister gewesen sind, sondern daß sie sich um die minutiösesten rituellen Fragen interessirten und Werth darauf legten, dieselben besser als die Pharisäer zu verstehen . . . Die Differenz besteht darin, daß die Saddukäer konservativ, restringircnd, hochkirchlich auftreten, während die Pharisäer, aufgeregt von apokalyptischen, messianischen Hoffnungen, vorwärts drängen, und aus ihnen bald abenteuerliche Wunderthäter, bald fanatische Zelotenbanden hervorgehen." - Jedoch ich breche ab und bemerke blos noch, daß der Verf. nun die überlieferten Streitigkeiten zwischen Sadducäern und Pharisäern, meist nach meiner Auffassung, durchgeht, was sich selbst auf den Streitpunkt über die Einsetzung des Neumondes und die damit in Zusammenhang gebrachte Debatte über den Tag des Wochenfestes erstreckt, sowie ferner auf den über das Erbrecht der Tochter neben der Tochter des Sohnes, den auch Hr. H—h mit der Begründung

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