Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 2 (1863)
- Issue
- 1 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 17 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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11. Sadducäer und Pharisäer. 17 grelleren Farben und bezeichnenderen ConLuren aus, und indem sich diese Typen immer origineller ausgestalteten, verloren sie auch immer mehr an historischer Richtigkeit. Dennoch haben sie auch in den Werken bedeutender Forscher wie Ewald, Döllingcr, Gfrörer und Schneckenburger, überhaupt in der ganzen neuen und alten Kirchengeschichte Bürgerrecht erhalten." Und hierauf folgt die kurze Skizzirung, die wir schon oben mitgetheilt haben. Der Verfasser sieht jedoch die übliche Auffassung schon durch Josephus selbst, auf den man sich doch stützt, widerlegt, da es nur weniger Blicke Ln denselben bedürfe, ״um zu ersehen, daß im Gegentheil die Pharisäer als demokratische, die Saddukäer als aristokratische Partei operiren." ״Darum," fährt der Verfasser fort, ״hat Geiger's Ansicht ... am Meisten für sich, daß die saddukäische Partei entstanden sei durch Anschluß der alten Geschlechter an jene altberühmte Familie der Söhne Zadok's . . . Die königliche Macht versiel. . .; aber das religiöse Leben blieb selbstständig und unverfälscht. . . So kam es, daß alle nationale Sympathie den Häuptern der Priesterschaft und vor allem der erlauchten Familie der Zadokiten sich zuwandte . . . Der Oberste der Familie wurde meist zugleich Hohe- Priester und Stammfürst. Alle vornehmen jüdischen Familien schlossen ihnen sich an; die Zadokiten waren das Patriciat . . . Wie hoch nun aber auch dieser Priesterstand in der öffentlichen Meinung stand..., der Krebsschaden eines Patrizierregiments brach bald genug auch bei ihm hervor. . . Mehr und mehr häuften sich die Vorwürfe, daß der vornehmen Priesterschaft ihr Familieninteresse über die Sache der Theokratie gehe . . . Die im Uebrigen ziemlich dürftigen Nachrichten der Späteren lassen schließen, daß die Partei, die man später mit dem mehr aramäischen und griechischen Namen Saddukäer hieß, keine andere gewesen sei, als die früher vorkommende aristokratische Priesterschaft, der die Zadokiten vorstanden," und der Verfasser beruft sich auf die in ״Urschrift" (S. 104 ff.) aus Epiphanius und Apostelgeschichte angeführten Stellen. ״Hatte sich," heißt es weiter, ״so in den obersten Schichten der Gesellschaft ein distinguirter Kreis ausgesondert, in den Zadokiten und ihrem Anhang, so waren andererseits auf dem Boden des Volkslebens durch die Eigenthümlichkeit der nachexilischen Verhältnisse Bewegungen eingetreten, die auch dort bestimmte Kreise aus der Masse der den gewöhnlichen Beschäftigungen Nachlebenden auskrystaüisirten . . . Sie sonderten sich mir Aengst^'chkeit von den Nichteisrigen ab, Vierteljahresschrift. II. I. 2