Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 2 (1863)
- Issue
- 1 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 13 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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11. Sadducäer und Pharisäer. 13 bot, nicht so rasch durchdringen wollte. Die Neuheit der ausgesprochenen Ansichten stieß zu hart an die alten liebgewordenen Annahmen, als daß man sich von diesen leichthin hätte trennen können, überraschte zu sehr, als daß man sich ihnen gegenüber unbefangen verhalten sollte, ja die daran sich knüpfende Nothwendigkeit, gar manche verjährte Vorurtheile, die sich zur Grundlage religiöser Systeme gemacht hatten, unbarmherzig zu beseitigen, erschwerte das unbefangene Urtheil noch mehr. Dabei war durch die Verknüpfung der eben dargelegten verschiedenen Fragen das Gebiet der durchzuarbeitenden Untersuchungen so umfassend geworden, daß die Meisten die Mühe, den Forschungen vollständig zu folgen, scheuten, ihnen daher der Einblick auch in die einzelne Frage, der sie ihre Aufmerksamkeit gern zugewendet hätten, verschlossen blieb. War aber der innere Zusammen- Hang des weiten Untersuchungsgebietes nicht hinlänglich klar geworden, so mußte auch die Zusammenfassung der scheinbar so disparaten Gegenstände als unberechtigt, das Werk als ein formloses Conglomerat erscheinen. Endlich war das Material, aus dem die Resultate entwickelt worden, sehr vielen, namentlich christlichen Gelehrten, soweit die nachbiblischen jüdischen Schriften als Quellen dienten, ganz unzugänglich, und wiederum das die fremden Uebersetzungen und die Samaritaner Betreffende den Juden meistens fernliegend. Bei diesem Zusammentreffen erschwerender Umstände war es mir durchaus nicht auffallend, wenn Werke über bibl. Kritik und bibl. Exegese kaum nebenan von meinen Untersuchungen Notiz nahmen, wenn Bearbeiter der Apokryphen vornehm meine Resultate über die Bücher der Makkabäer und Sirach*) zur Seite liegen ließen, wenn über die alten Uebersetzungen, zumal die Thargume, von christlicher wie jüdischer Seite immer weiter im Finstern getappt wurde, wenn man der Anerkennung der zwei Richtungen innerhalb des Pharisäismus, der alten und neuen Halachah, beharrlich aus dem Wege ging 2), ף Heber diesen in der ״Zeitschrift der deutschen morgenländischen Geseüschaft," B. XII (1858), S. 536-43. 2) Ein edatcmteö Beispiel möge hier genügen. An mehreren Stellen meiner ״Urschrift" ist nachgewiesen, daß Zsmael und seine Schule, gegenüber Akiba und seiner Schule, als dem schließlich die neue Halachah zur Vollendüng und zur geltenden Anerkennung Bringenden, noch vielfach die alte Halachah vertreten, daß deren Ansichten sich daher ganz besonders in Werken finden, welche der alten Halachah noch eine Stelle einräumen, wie Mechiltha und Sisre, während Mischnah, Thoßeftha und Sifra, völlig den Standpunkt