Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 2 (1863)
- Issue
- 1 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 8 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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8 1. Dr. Alexander Haindorf. die Erziehung sei, die uns retten könne von allen Nebeln, die uns drücken." Die ausdauernde Spannkraft jener Triebfeder gab dem Vollendeten ohne Zweifel zum Theil die Erfahrung, die derselbe an dem Geschicke seiner eigenen Jugend gehabt hatte. Wollen wir seine innere Religiosität und seine Bestrebungen noch deutlicher bezeichnen, so können wir seine eigenen Worte im siebenten Jahresberichte hier anführen: ״Nicht das ewige Wesen religiöser Grundwahrheiten soll gefährdet werden, sondern jene, durch die Erfordernisse der Zeit bedingte, acht wissenschaftliche Reife der uns anvertrauten Jugend wollen wir durch unser gemeinsames Bemühen erstreben, da diese mit wahrer Neligiösität stets in den Brennpunkt der menschlichen Natur, das gute Gewissen, zusammenfällt." — ״Wahre Religion und ächte Bildung ist gegen jede Lebensirrung die beste Schutzwehr, und sie bleiben stets unsere theuersten Freundinnen, die uns in keiner Lage des Lebens verlassen und in allen Stürmen und Gefahren auf dem schwankenden Bote des Lebens das sicherste Anker gewähren. In diesem Sinne ist unser Wirken zu beurtheilen; es ist kein verborgenes; es liegt offen zu Tage; wir beabsichtigen Nichts als die Veredelung der Gesinnung, der Gesittung und die Verbreitung des Nützlichen, theils durch die Vermehrung der Gewerbsthätigkeit, theils durch die geistige und gemüthliche Ausbildung der Jugend, um so den mächtigen Anforderungen zu genügen, welche die Zeit an uns stellt." — Als der Prediger Dr. Salomon Friedländer, der von 184? bis zum Jahre 1851 als Lehrer an der Anstalt wirkte, den radikalen Reformbestrebungen eines Theiles der hiesigen Gemeinde sich anschloß, erhoben sich Klagen und Beschwerden, namentlich vom Rheine her. Haindorf, der besseren Ansichten niemals unzugänglich war, sah ein, daß er in der Connivenz das Maß überschritten hatte, und suchte Abhilfe zu schaffen; und weil er selbst schon längere Zeit kränkelte und seine früheren Lehrstunden nicht mehr ertheilen konnte, berief er im Jahre 1851 den Referenten, einen ehemaligen Schüler des Verewigten, an die Anstalt, und wurde in mancher Hinsicht eine Reorganisation vorgenommen, während Dr. Friedländer aus der Anstalt ausgeschieden war. Referent übernahm ferner die Lehrstunden in der Mathematik, welche zuletzt der Professor an der hiesigen Academie Dr. Hittorf, vorgetragen hatte, ebenso die Fächer des höheren Lesens und der Pädagogik; auch betheiligte er sich später an dem Unterricht