Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 2 (1863)
- Issue
- 1 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 9 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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1. r>r. Alerander Haindorf. 9 im Hebräischen, Es wurde außerdem auf den Wunsch mehrerer Rabbiner alljährlich vor der Entlassung der Schulamts -Candidaten, unter Assistenz eines Rabbiners oder jüdischen Gelehrten, eine Prüfung im Hebräischen abgchalten und über das Resultat derselben ein Zeugniß ausgestellt. Referent entwarf das Reglement der Prüfung, welches auch genehmigt wurde. Eine andere Einrichtung, die bis dahin noch fehlte, traf ebenderselbe darin, daß die Katechese bei den Zöglingen eingeführt wurde. Diese hatten zwar immer schon in den Elementarklassen der Anstalt unterrichtet, viel ersprießlicher aber mußte es für dieselben sein, wenn sie, in einer Stunde wöchentlich, auch im Beisein eines Lehrers und aller Lehrerzöglinge unterrichten mußten, worauf dann die Unterrichtsweise besprochen und theils von den Zöglingen selbst beurtheilt wurde. Die Uebungsschule, welche mit unserer Anstalt verbunden, ist ein besonderer Vorzug. In derselben bilden sich die Lehrerzögliuge praktisch aus und können nach ihrer Entlassung mit mehr Sicherheit und Selbständigkeit einer ihnen zugewiesenen Schule vorstehen. Auch für das Cantorat werden die Zöglinge ausgcbildet. Wir wollen indeß gern zugeben, daß noch manche Mängel bestehen und Verbesserungen in verschiedener Hinsicht sich einführen ließen (so fehlt es z. B. noch an allen Apparaten für den naturkundlichen Unterricht und bietet die Bibliothek, außer alten hebräischen Werken, dem Geschenk des verstorbenen Anschel Herz in Hamm, nicht viel für Lehrer und Schüler); doch ein Haupthinderniß stellt sich uns in den geringen Mitteln entgegen, die uns bis jetzt zu Gebote stehen. Im September 1854 siedelte Haindorf, der noch immer kränkelte, nach Hamm über (woselbst er früher die Gymnasialstudien absolvirt hatte, und nun die Wohnung seines nicht lange vorher heimgegangenen Schwiegervaters bezog), um seiner einzigen Tochter und deren Familie nahe zu sein. Hier war es seine größte Zerstreuung und Erholung, wenn er, was täglich geschah, nach einer kurzen Spazierfahrt zu seinen Verwandten nach Caldenhoff binübersuhr, dem Gute seines Schwiegersohnes, des Rittergutsbesitzers Löb, welches nur 4/ו Meile von Hamm entfernt liegt. Dort erfreute er sich an dem Anblick seiner Enkel, die an Geist und Körper atlmälig heranwuchsen und den alten Großvater liebten lind ehrten; denn er wußte mit Kindern umzugehen und sie an sich zu fesseln. Erst gegen Abend fuhr er dann nach Hause zurück. Seine Anstalt in Münster blieb ihm