Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 2 (1863)
- Issue
- 1 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 4 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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4 1. Dr. Alexander Haindorf. an den Verein: ״Indem ich mir cs zum besonderen Vorzüge schätzte, bei einem Institute mit thätig sein zu können, das durch die wohlwollendste Selbstverläuguung seines hochverdienten Stifters und Dirigenten ins Leben gerufen, unausgesetzt mit rühmlichstem Eifer fortgebildet und durch seine umfassenden Wirkungen stets segensreicher für Gegenwart und Zukunft wird, kann ich aus dem, bei demselben mir anvertrauten Amte nur mit den Empfindungen der innigsten Betrübuiß und mit dem lebhaften Wunsche scheiden, auch Ln der Ferne von dem fortwährend erfolgreichen Erblühen des Vereins zu vernehmen und noch künftighin als Mitglied ihm angehören ju dürfen." Den erledigten Vorsitz übernahm dann und behielt bis zu seinem Tode der Oberpräfident und wirkliche Geheimerath Freiherr v. Vincke selbst, wohnte auch oft den Prüfungen in der Anstalt bei und bewies dadurch, wie sehr er den hochverdienten Dirigenten schätzte und seine hochherzigen Bestrebungen zu befördern geneigt war. Immer bemüht, dem Vereine jegliche Förderung zu verschaffen, erwirkte Haindorf im Jahre 1833 die, von dem General-Postmeister v. Nagler großmüthig bewilligte Vergünstigung der Portofreiheit für die Correspondenz des Vereins, unter Kreuzband und mit der Rubrik ״Vereinsangelegenheiten." Als eine Reihe von Jahren die Anstalt größtentheils durch freiwillige Gaben erhalten worden war, und der Dirigent derselben schon ein höheres Alter erreicht hatte, war dieser darauf bedacht, die einzelnen jüdischen Gemeinden zu bewegen, die bisher jährlich von den Privaten beigesteuerten Gaben auf mehrere Jahre im Budget zu fixireu, was auch, aber nur zum Theil, gelang. — Eine andere Einnahmequelle floß aus den Schulgeldern der Begüterten, die ihre Kinder der Vereinsschule übergaben, und hatte dieselbe, namentlich Ln den Dreißiger Jahren, einen solchen Ruf erlangt, daß die ersten Beamtrn und viele andere christliche Bewohner der Stadt ihre Kinder in derselben ausbilden ließen, bis später andere christliche Anstalten theils neu erstanden, theils reorganisirt wurden 1). *) Unterlassen kann ich nicht, an dieser Stelle zu erwähnen, daß auch der, Ln der pädagogischen Welt bekannte sehr humane Ober-Cons.-Rath Natorp dem Vereine sich sehr gewogen zeigte, mit dem Dirigenten sehr befreundet war und sogar seine Kinder der Vereinsschule anvertraute, was Alles ebenfalls von dem Consistorial-Rath Möller gesagt werden kann. Charakteristisch genug, um jene Zeit im Vergleich zur unsrigen zu kennzeichnen.