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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1862-01-01 · 1 (1862) · p. Seite 79

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
1 (1862)
Issue
1 (1862)
Date
1862-01-01
Page
Seite 79 (sequence 82)
Language
German
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Die Protest. Kirchenzeitung. 79 Vorstellung des rabbinischen Judenthums, auf acht kaufmännisch, am Neujahr die großen Schuldbücher schließt". Das Judenthum hat demnach drei Feiertage, die ihm seine unvergängliche Bedeutung sichern; denn am Versöhnungstage weiß selbst Herr M. nicht zu mäkeln. Aber die drei großen Feste, das Peßach, Schabuoth (ich bitte Herrn M. künftig so und nicht Schebuoth zu schreiben, jenes heißt Wochen, dieses Schwüre) und Sukkoth, sie erscheinen Herrn M. als durchaus einflußlos. Sie sind nach ihm entweder „Natur feste, an die sich kein religiöses Gefühl mehr knüpfen kann, weil sie auf eine ganz andere Heimath berechnet sind." Herr Nt. ist hier wirklich überschwänglich unbegreiflich. Um die Zeit des Peßachfestes trifft auch in unseren Gegenden der Frühlingsanfang, und das Christenthum ist noch heute in seiner Feststellung des entsprechenden Osterfestes von dem jüdischen Kalender abhängig, indem dasselbe sich nach dem Vollmonde richtet. Und ist ein Frühlingsfest nicht von allgemeiner menschlicher, acht religiöser Bedeutung? — Das Schabuoth ist das Sommerfest, das Fest der „frühreifen Früchte". Und wiederum ist das in unfern Gegenden ganz ebenso, die Natur kehrt sich nicht an den astronomischen Sommer, sie feiert ihn früher und wir mit ihr; manche zarte Frucht erquickt uns schon um diese Zeit. Herr M. geht über alles Dieses hinweg, sie dürfen nun einmal nicht für Europa passen. Deutlicher spricht er sich über das Sukkothfest aus. Dies, meint er, „wird in der mosaischen Gesetzgebung wiederum als ein Erntefest bezeichnet und kommt, wenn es als Dankfest für unsere Getreide-Ernte gelten soll, zu spät, da es meist in den Ausgang des Septembers fällt, wenn es sich aber auch auf unsere Obst- und Weinernte beziehen sollte, um mindestens vier Wochen zu früh." Was ein solcher Splitterrichter Alles für Entdeckungen macht! Und wenn nun das Fest gerade in die Mitte beider Ernten trifft und so den Dank ausdrückt für die eine Ernte, die alle Kräfte in Anspruch nimmt, deren Ertrag sich erst mit Sicherheit überblicken läßt, wenn sie vor allen Gefahren geborgen in der Scheune aufbewahrt ist, so daß eine Feier vor deren voller Beendigung ganz unpassend wäre, zugleich aber auch den Dank für Obst- und Weinernte, die nun jeden Tag begonnen werden kann, die im Allgemeinen schon feststeht, auch weit müheloser ist — wenn das Fest so recht entschieden den Zeitpunkt des Herbstanfanges wählt, liegt darin nicht gerade ein „kosmopolitisches", von allen einzelnen Ländern unabhängiges Element? Ich dächte, wer Natursinn hat, wird ein solches Fest

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