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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1862-01-01 · 1 (1862) · p. Seite 73

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
1 (1862)
Issue
1 (1862)
Date
1862-01-01
Page
Seite 73 (sequence 76)
Language
German
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Grätz: Bluw.enlese. 73 Maimonides nicht gelehrt haben, wie wir ihn jetzt im Moreh lesen, man muffe das arabische Original vergleichen, da stehe es gewiß richtiger, blos die Uebersetzer hätten solchen Frevel hinzugefügt (S. I o I: p לא u. s. w.), wie ich seine Worte in meinen ״jüdischen Dichtungen" (S. 47) wicdergebe: Das ist gewiß des Maimoniden Sinn nicht, Das ist, was Uebersetzer stch erdenken; Sie drücken dunkel sein arabisch Wort aus. So kommt's, daß sie's verkehren und verrenken. Ich möcht' den Urtext prüfen, sehen, ob er Denn wirklich Prophetie zu Traum herabsetzt u. s. w. Dasselbe nun sagt unser Dichter in dem eben mitgetheilten Verse, sowie in einigen folgenden: והתבונן ועדינו הבינן ודע אם כחשו המעתיקים בהרמות נבואה לחלומות בלב ולב ובדברים הלקים ״Und erkenne und mache es uns begreiflich, und wisse, ob die Uebersetzer getäuscht haben, indem sie mit Doppelherzen und glatten Worten Prophezeiung den Träumen gleichstellten". Nun verstehen wir die uns früher unverständliche Falschheit und trügerische Glätte. Er tadelt dann weiter diese ketzerischen Ansichten, obgleich er auch Gutes im Moreh nicht verkennen will, eifert gegen diejenigen, die nach seiner Ansicht (לדעתי ist vollkommen richtig) ihn freigeistig deuten, ״fern vom Geheimnisse sind (solches nicht zugeben wollen), an der (nicht durch Wunder zu unterbrechenden) Natur hangen (das Versmaß verlangt מפזר für ובמו)". Hier endet in Ozar nechmad S. 84. Auf S. 85 beginnt dann wieder auf der ersten Columne: ״Das Wort (l. דבר st. ידבר) des Beweises ist in ihrem Munde (erscheint ihnen als) Manna und Honig", er aber will dem Glauben an Wunder, der Uebcrlieferung folgen, dem sinnlich Wahrnehmbaren zwar nicht mißtrauen, aber nicht gleiche Zuverlässigkeit den Vernunstschlüssen beilegen. Er rühmt dann Meschnllam ben Salomo, der einfache Erklärungen (nicht künstliche wie Maim.) für die biblischen Gebote aufgestellt, während ben Meir mehr versinstere als erleuchte mit Grundsätzen, die dem Herzen fremd bleiben. ובן מאיר ist nämlich zu lesen, wie statt des ובו מאיר, das Herr Grätz aufnimmt, schon in Ozar nechmad unter den Druckfehlern corrigirt ist; ben Mnr (worüber auch Dukes Unkritisches vorbringt) ist Abraham ben Me'i'r aben Esra.

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