Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 1 (1862)
- Issue
- 1 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 64 (sequence 67)
- Language
- German
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64 iv. Symmachus. berge" (Baba bathra!23); das Wort kommt sonst im Thalmud nicht vor, klingt aber bibl. an, vgl. Barhebr. ehr. syr. 485, 5, wo von einem Arzte berichtet wird, der hinlänglich unterrichtet war in der Medicin, aber in der Philosophie geringe. — Als Kenncr des Griechischen wird er ausdrücklich in Thoßeftha Nasir Ans. (und daraus jcr. Nasir und bab. 8h u. Parall.) angeführt mit dem Aussprüche: טטרמן ארבע טרימן שלש דימן שתים, rsrqdymv bcdeute vier-, 'CQtytov drei-, diyoav zw ei eckig, und die bab. Gem. fügt noch in seinem Namen hinzu, p s'v bedeute eins und nsv־ xayonv fünfeckig. — Nehmen wir nun noch dazu, daß der Uebersetzer an einer Stelle sehr nachdrücklich die Ansicht Meir's (der, wie gesagt, Lehrer des Thalmndisten Symm. war) gegen Juda zu vertreten scheint (vgl. oben S. 56 zu Koh. 5, 4), daß ferner bekanntlich Me'ir ein Bibelabschreiber war, so wird uns diese Identität sehr wahrscheinlich werden. Sollte auch nun einmal eine Differenz zwischen seiner Uebersetzung und der Ansicht Me'ir's gefunden werden (wie etwa zu 5 Mos. 21, 23, vgl. Me'ir in Mischnah, Sanhedrin 6, 5 und Thoßeftha und Gemaren dazu), so ist Dies bei einem so selbstständigen Manne umsoweniger auffallend, als wir ihn ja auch im Thalmud mit seiner abweichenden Meinung neben seinem Lehrer Me'ir austretcn schen lvgl. Horajoth 3 h). Es dürfte nun etwa blos noch dem Einwande zu begegnen sein, wieso es denn komme, daß im Thalmnd nirgends der Uebersetzung des Symmachus gedacht werde, während doch die des Aquila mehrfach mit vielem Lobe genannt wird? Erinnert man sich jedoch des in meiner ״Urschrift" Erörterten, wie man in den thalmudischen Kreisen einer jeden etwas freier den Sinn abschließenden Uebersetzung nicht zugeihan war und nur mit jener buchstäblichen Treue Aguila's sich befreunden konnte, daß ferner Symmachus eine nichts weniger als beliebte Persönlichkeit war, daß endlich die Kcnntniß des Griechischen nur sehr dürftig verbreitet war: so ist das Stillschweigen des Thalrnud's über diesen Punkt sehr natürlich. Symmachus bedarf jedoch keiner äußeren Bezeugung; er hat den Stempel seiner innersten Eigenthümlichkcit seinem Werke voll ausgeprägt. 24. October 1861.