Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 1 (1862)
- Issue
- 1 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 62 (sequence 65)
- Language
- German
- Belongs to
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62 iv. Symmachus. hin aus den uns von Symmachus geretteten Fragmenten hervorheben; jedoch das Beigebrachte genügt vollkommen, um den Charaktcr seiner Uebersetzung als einer solchen zu erkennen, die im damaligen jüdischen Standpunkte festwurzelt und die sorgsam darauf bedacht ist, die auf demselben geltenden Anschauungen auch in der Wahl der Worte auszudrücken. Wir erkennen in Symmachus einen thalmndisch geübten Uebersctzer. Wenn wir nun einen gleichzeitigen Thalmudisten mit diesem sonst nicht weiter im Thalmüd Vorkommenden Namen finden, und dieser Thalmudift uns einige Eigenthümlichkeiten aufwcist, die ihm als einem Uebersetzer und als einem fleißigen Bibelforscher recht wohl anstehen, sollte da die Jdentifieirung beider nicht Vieles für sich haben? Ein solcher Thalmudist D1DD1D, Sohn Joseph's (),er. Bcrachoth 2, 1), Schüler des N. Mc'i'r, also am Ende des 2. und Anfang des 3. Jahrhunderts, begegnet uns nun, dessen Scharfsinn außerordentlich gerühmt wird, so daß er für jede Be- Häuptling achtundvicrzig Gründe anzngcben im Stande gewesen (Erubin 13b), den nach Meir's Tode Inda als einen selbstständigen, auf seiner Meinung beharrenden Mann so scheute, daß er ihn nicht in das Lehrhaus zulassen wollte iNasir 49b und Kidduschin 526, an letzterem Orte auch jerus. Gem.), während ein anderes Mal Joße, der hier versöhnend einschritt, seine Behauptung spöttisch als prophetisch eingegebcn, d. h. als blos erdacht und ohne Begründung, abwcist (Baba bath. 12a), der überhaupt in allen von ihm angeführten Aussprüchen mit Selbstständigkeit und nach gesunden Ansichten verfährt (vgl. z. B. He-Chaluz VL S. 18). Einige derselben zeigen uns auch, dächte ich, so recht den eifrigen Bibelleser. Wenn er Berachoth 13b (jcr. 2, I) sagt: כל המאריך באחר מאריכין לו ימיו ושנותיו (בטיבה), so zeigt uns dieser Nachdruck auf die im Satze 5 Mos. 6, 4 ausgesprochene Einheit Gottes den sorgsamen Dogmatiker. Wenn er (im Namen Meir's) die Zeit von drei Monaten feststellt, um Sicherheit zu haben, daß eine Frau schwanger sei und dafür die Stelle 1 Mos. 38, 24 anführt, daß Thamar's Schwangerschast nach drei Monaten dem Juda mitgetheilt worden, er dennoch in dieser Stelle blos eine Anlehnung (בה?), nicht einen vollgültigen Beweis (ראיה) erblickt (jerus. Jebamoth 4, 11. bab. Niddah 8 b), so zeigt ihn Dies als einen Mann, der die Bibclstelle nicht leichthin, ohne tiefer in den Zusammenhang einzugehen, als Beleg betrachtet. Die babyl. Gemara a. a. O. glaubt hingegen wirklich in der Stelle einen entschiedenen Beweis (ראיה גדולה) zu