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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1862-01-01 · 1 (1862) · p. Seite 56

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
1 (1862)
Issue
1 (1862)
Date
1862-01-01
Page
Seite 56 (sequence 59)
Language
German
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56 iv. Syrrnnachus er) wie die Gelübde der rechtlichen Leute, so hat er damit gar Nichts ausgesagt", weil eben diese nicht geloben. In Thoßestha (vgl. jerus. Gem.) bekennt sich jedoch R. Juda zu einer abweichenden Ansicht und meint, daß auch wer gelobe zu thun nach den Gelübden der Rechtlichen, damit das Nasiräatsgelübde über sich genommen, da ehedem die Frommen, weil sie, der Sünden sich enthaltend, nicht in die Lage gekommen, ein Sündopfer darzubringen, dennoch aber gerne ein Opfer darbringcn mochten, das Nasiräatsgelübde ablegten, um so zum Opfern Veranlassung zu haben. Diese abweichenden Ansichten hatten auch Einfluß auf die Auffassung der Ermahnung in Kohel. 5, 3. 4: Wenn Du vor Gott ein Gelübde ablegst, so säume nicht es zu bezahlen, denn es ist nicht Wohlgefallen an den Thoren; was Du gelobest, zahle. Besser ist, Du gelobest nicht, als daß Du gelobest und nicht zahlest. Heißt das nun, fragte man, blos als das Gelübde unerfüllt lassen sei cs besser gar nicht zu geloben, aber vorzuziehen sei noch, daß man gelobe und erfülle, oder will Dies über- Haupt sagen, am Allerbesten sei es gar nicht zu geloben? Darüber sprechen sich in einer Baraitha, die Nedarim 93 und Chullin 2 a angeführt wird, Me'ir (der der in der Mischnah adoptirten Ansicht huldigt) und Juda folgcudcrmaßcn aus: וגו׳ טוב INN טוב אשר לא מזה ומזה שאינו נודר כל עיקר דברי רבי מאיר, רבי יהודה אומר טוב מזה ומזה נודר ומשלם; nach Mc>r ist das Mcrvorznglichstc gar nicht zu geloben, nach Juda zu geloben und zu erfüllen*). Offenbar will Symm. die Ansicht Me'i'r's ausdrückcn, wenn er, wie die syr. Hcxapla seine Worte aufbewahrt, den Ausspruch ")NN את אשר mit icyl wicdergicbt; ״ w en n (nicht: was) Du gelobest, bezahle", thust Du cs einmal, dann bist Du auch verpflichtet, es zu erfüllen, darunter ist dann verstanden: besser aber ist, Du gelobest gar nicht. Damit scheint auch eine Verschiedenheit der LA. zusammenzuhangen. 70, Syrer und Thargum setzen diesem Satze ein nachdrückliches ״Du" vor: ab ovv, י^י W, ואנת, das in unserm Texte nicht steht; sie lascn offenbar אתת für את. Diese nachdrückliche ELnschärfung schien jedoch störend, wenn die Verdienstlichkeit des Gelobens in Abrede ge- *) Die Angabe in jerus. Gem. Nedarim I, 1, wonach Juda behaupte, das Beste sei gar nicht zu geloben und die andere Meinung Me'ir beigelegt wird, ist gewiß irrthümlich, wie aus den oben angeführten übereinstimmenden Zeugnissen hervorgeht. Gegen das Ablegen eines jeden Gelübdes wird übrigens der Vers auch noch Menachoth 819. angewendet.

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