Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 1 (1862)
- Issue
- 1 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 55 (sequence 58)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2420973-2420974-2420975--0060-2421133- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
iv. Eymmachus. 55 Korb unter den Wein stock stellt, wenn er Traubenlese hält (so daß die abfallenden Trauben auch von ihm cingesammelt werden), der beraubt die Armen, und von ihm heißt es: אל תסג גבול עולים. Es werden also hiernach die Kinder und die Waisen im Sinne von Armen genommen, deren Gränze oder Gebiet man nicht verrücken, d. h. denen man die ihnen vom Gesetze gegebene Berechtigung nicht verkümmern solle, und dieses will offenbar auch Symm. sagen: es soll Dich nicht verdrießen das Gebiet der Kinder (der Unmündigen und Armen), d. h. daß Du ihnen ein solches einrä'umen sollst. Merkwürdig ist, daß die jerus. Gemara schon das □עולי nicht mehr recht zu erklären wußte; nach einer Meinung sott es bedeuten: עולי הצרי□, die aus Aegypten Gekommenen, d. h. die von ihnen festgestellten Gesetze der Armenrechte, nach einer andern in euphemistischer Weise: שירדו מנכסיהן, die Herab gekommenen, und einen noch UNglücklicheren Erklärungsversuch macht Thanchuma, Wajischlach Ende. Doch hatte die jerus. Gemara an einer andern Stelle, Sotah 4, 3 eine klarere Erinnerung an עולים, indem sie den Vers dort anwendet auf einen Solchen, der ein Weib heirathet, welches von seinem früheren Manne schwanger ist oder noch das mit ihm geborene Kind säugt, und sie findet hier offenbar in den Worten: verrücke nicht die Gränze der Kinder, die Mahnung: dringe nicht in das ihnen gehörige Muttergebiet ein. Jedenfalls haben wir hier wieder ein volles Eingehen des Symm. in die damalige jüdische Deutung, und aus ihm haben Hieronymus und die Vulgata sie ausgenommen. — Die Uebersetzung von 25,8 לרב mit etg 7tl7j&og, das er also nicht לרב, sondern לרב punctirt, hat ihre Analogie in Peßiktha rabbathi (bei Jalknt z. St.) ,לרב כתיב אחר רשררר. — Es ist an mehreren Stetten meiner ״Urschrift :c." (S. 32f 152, 470 und 491) nachgewiesen, daß der Pharisäismus gegen ein freiwilliges Nasira'atsgelübde mit dem daran sich anlehncndcn Opfer ankämpfte und darin eine sündliche Selbstqual sah, und erst der spätere babyl. Thalmudismus wieder ein solches zu einer verdienstlichen Handlung erhob; das galt überhaupt von Gelübden, unter denen stillschweigend das des Nasiräats vorzugsweise verstanden wurde. Charakteristisch ist der Aussprach der Mischnah Nedarim 1,1: כנדרי רשעים נדר בנזיר ובקרבן ״ ,ובשבועה, כנדרי כשרים לא אנור כלום(gelobet Jemand, er wolle thun) wie die Gelübde der Frevler, so hat er das Gelübde des Nasiräars, des Opfers und des Schwurs auf sich genommen, (gelobet