Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 1 (1862)
- Issue
- 1 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 40 (sequence 43)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2420973-2420974-2420975--0045-2421118- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
40 IV. Symmachus. Juden in den ersten zwei christlichen Jahrhunderten drängte ans ein strengeres Halten an dem Buchstaben der Bibel, wi'e ich Dies in meiner ״Urschrift" hinlänglich nachgewiesen habe. Deshalb suchte Theodotion die vorhandene Uebersetzung so zu corrigiren, daß sie dem Texte mehr entsprach, fertigte Aquila eine ganz neue Uebersetzung an, deren Wesen gerade in der strengsten Buchstäblichkeit besteht, und auch Symmachus trat mit einer neuen Uebersetzung hervor, die sich zwar auch möglichst dem Texte anschloß, aber doch zugleich eine selbstständige Wiedergabe des Sinnes nach der Auffassung des Uebersctzcrs anstrcbte, einer Auffassung, welche nicht lediglich eine individuelle war, sondern dem jüdischen Standpunkte der Zeit entsprach. Während daher die beiden ersten Uebcrsetzungcn blos das Verdienst der Treue ansprechen können, enthüllt uns Symmachus den ganzen Charakter seiner Zeit, und bietet er uns Erklärungen, wie sie damals in der Bibel gefunden wurden. Bedenken wir, daß Symmachus so vielfach für Hieronymus und die Vulgata maßgebend war, so hat eine genauere Betrachtung und Charakteristik seiner Uebersetzung eine viel weiter greifende Bedeutung als eine bloß historische; wir haben cs mit einem Factor zu thun, der noch jetzt seinen mächtigen Einfluß hat. I. S y m m a ch u s drückt sehr b e st i m m m t seine d o g m a t i - schen U eb erzeugungen in seiner Ucbersetzuug aus und deutet danach die Stellen. Dazu gehört nun vor Allem 1) die reine Geistigkeit Gottes und daher sein Verlangen, von Gott alles Sinnliche zu entfernen, sowohl in Beziehung auf Gestalt als auf Eigenschaften, und er führt diesen Grundsatz, welcher auch bei andern selbstständigen gleichzeitigen jüdischen Uebersetzern hervortritt, mit vollster Entschiedenheit durch. Diesem Bestreben begegneu wir alsbald bei dem Berichte über die Schöpfung des Menschen. Während er an dem Ausdrucke 1 Mos. i, 26: ״Wir 10ollen einen Menschen machen wie unser Bild, nach unserer Aehnlichkeii" keinen Anstoß nimmt, weil er darin eine Anrede Gottes an die Engel erblickt, Bild und Achnlichkeit daher auf diese bezogen werden kann, so kann er sich zur wörtlichen Aufnahme der Worte im folgenden Verse, wo Alles von Gott allein gebraucht wird, nicht verstehen. Er übersetzt demnach die Worte: ויברא אלהים את הארס בצלהו בצלס אלהים ברא אתו umschreibend: xal exiiosv 0 ■9-sog iov