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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1862-01-01 · 1 (1862) · p. Seite 34

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
1 (1862)
Issue
1 (1862)
Date
1862-01-01
Page
Seite 34 (sequence 37)
Language
German
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34 111. Die Levirats-Ehe. (mit der Brudersfrau) treibe, und er möchte fast sagen, das ans solcher Ehe erzielte Kind sei ein Mamser (aus blutschänderischem Umgänge entsprungen), und damit übereinstimmend nennt Bar-Ka- Para (das. 1093.) unter drei empfehlcnswcrthen Dingen: die Chalizah. — Freilich fühlt die babylonische Gemara — im Gegensätze zum bereits besprochenen Standpunkte der jerusalemischen —, daß auf diesem Wege dem biblischen Gesetze doch gar zu entschieden entgegengehandelt werde, und sie möchte gerne wieder umkehrcn, die Pflicht der Levirats-Ehe in den Vordergrund stellen vor die Chalizah, den Einspruch der Frau will sie gar nicht beachtet wissen: doch blieb Dies blos Theorie, das Leben hatte sich des Jibbum entschlagen und verfuhr so, als wäre Chalizah die primitive Vorschrift. Kehren wir jedoch zuerst nochmals zu den Samaritanern und den Sadducä'ern zurück! Der Sadducä'ismus war so tief gesunken, daß er fast ganz aus dem Leben geschwunden zu sein schien; da raffte er sich mit einem Male wieder auf und trat in ein neues Lebensstadium ein. In der Mitte des 8ten Jahrhunderts erstand er durch An an als Karäismus. Der enge geschichtliche und geistige Zusammenhang zwischen diesem und dem alten Sadducä'ismus ist von mir schon mannichsach angedeutet und nachgewieien worden; bedarf derselbe auch noch umfassenderer Begründung, so dürfen wir doch für unfern Zweck die Thatsache als hinlänglich feststehend annehmen: Anan und sciiie unmittelbaren Nachfolger, die man daher auch Ananiten nannte, nahmen zunächst die geistigen Trümmer des Sadducäismus wieder aus, wie sie zunächst die leiblichen Trümmer der Sadducäer um sich scharten; sie mögen selbst schon einzelne Schroffheiten des Sadducä'ismus aufgcgeben haben, wie z. B. die Leugnung der Auferstehung, im Ganzen suchten sie blos denselben zu befestigen. Diese sadducäischcn Annahmen und Traditionen behielten ihre Herrschaff zum großen Th eile auch im späteren Karäismus, welchen Namen in der Bedeutung von engem Anschlüsse an das Bibelwort man statt des verrufenen Sadducäismus wählte, erst attmälig rangen sie sich durch emsige Forschuug zu größerer geistiger Freiheit empor. Die älteren Karäer verharren daher auch in der Auffassung des Gesetzes über die Levirats-Ehe ganz aus dem Standpunkte der Sadducacr und Samaritaner; von Benjamin Ben Mtoses Nahawendi am Anfänge des 9ten Jahrhunderts und von Joseph ben Jakob Kirkcsani, der etwa 150 Jahre nach ihm lebte, wissen wir mit Bestimmtheit, daß sie die Anwendung der Levirats-Ehe gleichfalls

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