Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 1 (1862)
- Issue
- 1 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 30 (sequence 33)
- Language
- German
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30 ui. Die Levirats-Ehe. entspricht ganz den sonstigen Streitigkeiten zwischen Sadducäern und Pharisäern, und die Deutung erscheint mir keineswegs gesucht, sondern so recht aus dem Geiste der Sadducäcr geschöpft. Merkwürdiger Weise bestätigt Dies eine andere alte Ueberlieferung, die mit ziemlicher Sicherheit beweist, daß die alte Halachah, die im Allgemeinen noch weniger von den Ansichten der Sadducäcr abwich, in diesem Punkte den Samaritanern nicht fern stand, da nur unter dieser Voraussetzung diese Uebcrlieferung ihre Erklärung findet. Nach einer Annahme, die in Thalmud und Midraschim schlechthin angenommen wird, war nicht blos Onan's, sondern auch Er's, des ältesten Sohnes von Juda, Umgang mit Thamar ein unnatürlicher, diese sei daher auch, als Juda ihr beigewohut, noch vollkommen Jungfrau gewesen. Für diese Annahme läßt sich ans der Bibclstette eine genügende Andeutung nicht finden. Denn wenn cs V. 7 heißt: Es war Er, der Erstgeborene Jnda's, mißfällig in den Augen Gottes und cs tödtetc ihn Gott, und in V. 10 Aehnlichcs von Onan ausgesagt wird, so ist ja bei diesem erst diese Handlung des unnatürlichen Umganges angegeben und nicht dieser an sich, sondern die damit verbundene Absicht, ״seinem Bruder nicht Samen zu geben" als Grund des göttlichen Mißfallens bezeichnet, ein Grund, der auf Er unanwendbar ist. In der That ist auch nach thalmudischer Anschauung der unnatürliche Umgang nicht allein kein todeswürdigcs Verbrechen, sondern überhaupt nicht strafbar und blos unanständig. Wenn Er dennoch deshalb den Tod erlitt, muß angenommen werden, daß ein Noachide, d. h. die Vorfahren der Israeliten vor der sinaitischen Gesetzgebung, wie ein jeder Nichtisraelite, für eine Handlung sich der Todesstrafe schuldig machte, die dem, dem mosaischen Gesetze unterworfenen Israeliten gar nicht verboten sei. Diese Ansicht findet zwar für unfern Fall ihre Vertretung im Thalmud, wird aber von Anderen daselbst als undenkbar verworfen*). — Woher *) Eine Baraitha in Jebamoth 34, b stellt als anerkannte Thatsache hin: ער ואונן שמשו שלא כדרכן, und dasselbe wiederholt Bereschith rabba C. 83. Dem entspricht die andere Behauplung der Gemara a. a. O.: תמר בביאה ראשונה איעברא, und auch Dies hat seine Schwierigkeit nach sonstigen thalmudischen Annahmen, vgl. das. Damit hängt ferner die Behauptung zusammen, die die serus. Gemara Abodath Elilim C. 9 mit den Worten ausspricht: בן נח שבא על אשתו שלא כדרכו נהרג מה טעם ורבק וגו׳במקום ששניהם עושים בשר אחד, bab. Gem. Sanhedrm 58b (und ähnlich Bereschith rabba C. 18): (בן נח שבא על אשתו שלא כדרכה חייב(מיתה