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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1862-01-01 · 1 (1862) · p. Seite 21

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
1 (1862)
Issue
1 (1862)
Date
1862-01-01
Page
Seite 21 (sequence 24)
Language
German
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IN. Die Levirats-Ehe. 21 Stämmen Joseph und Inda zeigt, der weit tiefer und umfassender gewirkt und einen weit verzweigteren Ausdruck in den biblischen Schriften gefunden hat, als man bisher erkannt hat. Beschränken wir uns vorläufig auf die Levirats-Ehe, eine weitere Betrachtung für später verspürend! Der Stamm Juda prägt seiner ganzen Geschichte, allen seinen Thateu den Charakter einer straffen Haltung, der strengsten Concentration nach Innen und der schroffen Absonderung nach Außen auf; der gab ihm zu allen Zeiten eine isolirte Stellung, aber zugleich auch die Macht einer zähen Dauer. Der Stamm Joseph hingegen war expansiver Natur, minder schroff sich abschließend, vielmehr über alle Stämme sich verbreitend, daher auch weniger in sich geschlossen; das bewirkte, daß man sich lieber ihm anschloß, daß ein solcher Anschluß an ihn weniger eine Unterordnung als eine Mitbethciligung war, daß daher seine Macht eine weite Ausbreitung und Anerkennung erhielt, daß er aber auch nicht mit der gedrungenen inneren Kraft den Schlägen von Außen Widerstand zu leisten vermochte, daß er bald in innere Verwirrung gerieth, frühzeitig auswärtigen Feinden unterlag und sich spurlos unter ihnen verlor. Mit der Eigenthümlichkeit des Stammes Juda nun, über die Erhaltung seiner gesonderten Existenz auf's Sorgfältigste zu wachen, hängt eng zusammen, daß auch die einzelnen Geschlechter innerhalb des Stammes sich abgeschlossen erhielten; auch dafür daß die einzelne Familie dauernd bleibe, daß ihr Name und ihr Erbgut nicht schwinde, mußte Sorge getragen werden. Die Familie aber erlischt, wenn sie blos Töchter znrückläßt, die in andere Familien heirathen und somit deren Glieder werden. Einem solchen Erlöschen vorzubeugen, sollte nun die Levirats-Ehe dienen, aus welcher der erste Sohn dann Namen und Erbe der alten Familie erhalten sollte. Dies war ächt judäisch und ward daher schon auf die älteste Geschichte des Stammes zurückgeführl; den Widerwillen gegen diese Erhaltung von Namen und Erbgut der Familie seines verstorbenen Bruders Er büßt Onan mit dem Leben, die Zögerung, nun durch den jüngeren Bruder Schelah die Familie der verstorbenen alteren Brüder zu erhalten, bringt Juda selbst in eine ganz verkehrte Stellung und führt doch dahin, daß der älteste Sohn der Wittwe Thamar, Perez, das Stammeshaupt wird, dem der erste Fürst des Stammes Juda während des Zuges durch die Wüste, Nachschon, und dann noch das ganze jndäische Königsgeschlecht von David an entstammt. Ja noch näher an David heran setzt sich die Sorgfalt für Erhaltung der Familie fort,

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