Central-Anzeiger für jüdische Litteratur
- Journal
- Central-Anzeiger für jüdische Litteratur
- Volume
- 1 (1890)
- Issue
- Heft 4 (Juli 1890)
- Date
- 1890-07-01
- Page
- Seite 86 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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86 storben ist. (In 33, 8 ist die Person des ״frommen Mannes“ schwer zu erkennen). Auf die nicht zu den Nachkommen Zadok’s gehörenden Priester hatte Ezech. nicht Bedacht genommen, da diese längst nicht mehr als Priester fungirt hatten. Dass nur eine kleine Anzahl von Leviten mit Serubabel zurückkehrte (s. S. 12 ff.) und auch Esra solche unter den sich ihm anschliessenden Exulanten vermisste (Esra 8, 16 ff.), ist vielleicht daraus zu erklären, dass sie sich für die Restauration des Opfercultus und besonders in einem Centralheiligtume, das ihrer nicht bedurfte, überhaupt nicht begeistern konnten; derartige Anschauungen bezeugt Mal. 1, 10, 11. Wenn die Schriftgelehrten das Schlachten der Opferthiere freien israelitischeu Männern gestatteten (s. S. 67), so war dies eher eine gegen die Priester gerichtete als vtip. ihnen ausgegangene Maassregel. Dass Sänger und Thorhüter des Tempjels in Esra-Nehemia noch als gesonderte Classen genannt, aber von dem Chronisten als Leviten bezeichnet werden, ist aus dem Standpunkte des letzteren zu erklären, nach welchem es überhaupt undenkbar erscheint, dass Personen nichtlevitischer Abstammung zu dem Tempeldienst zugelassen werden. Aus diesem Grunde macht er auch Samuel zum Leviten. Dass thatsächlich eine Verschmelzung dieser Classen, bewirkt durch gemeinsame Interessen, stattgefunden habe (S. 40 ff.), ist daher noch sehr fraglieh. — S. 67 —82 bespricht der Verfasser die noch nicht aufgehellte That- Sache, dass der Levitenzehnt den Priestern zugewiesen wurde. Besonders beachtenswert ist die Untersuchung über die Chronik, (S. 89 ff.), die nach dem Verf, einen. Leviten zum Verf. haben soll; Geiger erkannte als solchen einen Anhänger der Zadokiten (s. Urspr. 8. 24) Auf das Einzelne kann hier nicht eingegangen werden]. Anzeigen. Die Geschichte der Juden von Ende des 15. bis zum Anfänge des 19. Jahrhunderts erweist sich, wenn es als Aufgabe der historischen Wissenschaft angesehen wird, Alles, was an Kunde und Ueberlieferung aus vergangenen Zeiten sich erhalten hat, der Vergessenheit zu entreissen, als ein Feld, das noch lange nicht abgeerntet ist. Die jüdische Litteratur dieser Periode ist zwar, so reich sie auch in ihrem quantitativen Verhältnisse zu der der früheren Zeiten genannt werden darf, arm an geschichtlichen Daten und Aufzeichnungen, aber es ist noch viel urkundliebes Material in Gemeindebüchern und anderartigen Documenten, als Grabsteininschriften u. dgl., vorhanden, das nur hervorgeholt und nutzbar gemacht zu werden braucht, um da, wo die im Dunkeln tastende Vennutung die Lücken der Geschichte auszufüllen sucht, sichere und klarredende Zeugnisse an deren Stelle zu setzen. Wir besitzen bereits eine recht ansehnliche Anzahl von Werken, die die Geschichte einzelner jüdischer Gemeinden oder ihrer Rabbiner