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Central-Anzeiger für jüdische Litteratur · 1890-07-01 · Heft 4 (Juli 1890) · p. Seite 85

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Journal
Central-Anzeiger für jüdische Litteratur
Volume
1 (1890)
Issue
Heft 4 (Juli 1890)
Date
1890-07-01
Page
Seite 85 (sequence 13)
Language
German
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85 cips, znrückführen. Die Sätze ״aus Nichts wird Nichts“ und ״aus Gott ward Alles“ erscheinen auch der menschlichen Vernunft als notwendige Correlate, da ja in letzterem Gott als ewig gedacht wird und ein Nichts überhaupt nie vorhanden war. Die Offenbarung derselben wie anderer Lehren, die auch auf dem Wege des Nachdenkens gefunden werden, erweist sich aber dennoch als eine Notwendigkeit, da schliesslich alle Vernunfterkenntnis, soweit sie nicht Materielles und Thatsächliches zum Inhalte hat, zweifelhaft ist und den Glauben nicht fordern kann, der nur der aus Gott stammenden Wahrheit zu Theil wird. Die Idee von einem solchen Ursprung derselben musste wieder auch selbst erst gelehrt werden (s. S. 92.) — S. 26 hebt der Verf. richtig hervor, dass in der h. Sehr, von einem Befinden, einem persönlichem Ergehen der Gottheit nicht die Rede ist. Wie in diesbezüglichen Vor- Stellungen gerade ein unterscheidendes Moment zwischen heidnischer und jüdischer Vorstellung gefunden wurde, zeigt besonders 1 K. 18 27. Als Parallele zu Hab. 1, 12 (nach der urspr. LA. s. S. 36) ist wohl auch Ps. 102, 28 anzusehen.] VOGELSTEIN H., Der Kampf zwischen Priestern und Leviten seit den Tagen Ezechiels, Stettin, Nagel, 1889, 141 S. [Die geistvollen Combinationen des Verfassers, die vom kritischen Standpunkte aus ihre volle Würdigung verdienen, reichen, ob auch manches Annehmbare sich aus ihnen ergiebt, nicht aus, der Gesehichtsconstruction, die er nach ihnen entwirft, eine durchaus solide Basis zu verleihen. Dass Ezechiel den früheren Hohenpriestern, deren Zugehörigkeit zum Levitenstamme in keiner Weise erwiesen ist, Functionen im jerusalemischen Tempel eingeräumt haben soll, ist kaum glaublich, er verlangt (v. 13), dass ״die Leviten“ —die unter diesem Namen alsTempelfunctionäre bekannt waren—zum Priesterdienste nicht zugelassen werden, dem Allerheiligsten nicht nahen dürfen und will damit eine Prätension zurückweisen, die ihrerseits wohl früher vorgekommen sein mag. Die Erzählung von der Erhebung Koracffs Num. 16 darf in dieser Hinsicht als typisch angesehen werden.*) Die Leviten mochten als der ältere Priesterstand gegenüber den Ahroniden, welche erst mit der Errichtung des Centralheiligtums ihre höhere Stellung gewannen, ihr Stammesrecht geltend machen, das aber von diesen bestritten wurde. Für das, was S. 8 ff. von der späteren Vereinigung der zadokitischen Priester mit den Ebjatariden unter dem Namen ״Söhne Ahron“ gesagt wird, ist in den Quellen kein Anhaltspunkt vorhanden. Diese Bezeichnung der Priester in Leviticus ist mehr beschränkender als erweiternder Natur und schliesst die ״levitischen Priester“ des Deuteroniums (s. auch Jer. 33, 18—22) aus, das von Ahron überhaupt nichts mehr weiss, als dass er gesündigt hat und ge- *) Der Verf. will darin die Darstellung eines Vorganges aus der nachexilisehen Zeit erkennen (S. 46 ff. ). Das Räucheiwerk soll überhaupt erst nach der Rückkehr aus dem Exile eingeführt worden sein. Ein unverfängliches Zeugnis gegen diese Annahme ist 1 Sam. 2, 28.Die Vorschrift über die Anfertigung des Räucheraltars (Ex. 30,1 —10) konnte erst an dieser Stelle aufgenommen werden, weil v.7 bereits die Erwählung Ahron’s zum Oberpriester voraussetzt, über die demnach früher berichtet werden musste.

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