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Central-Anzeiger für jüdische Litteratur · 1890-07-01 · Heft 4 (Juli 1890) · p. Seite 84

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Journal
Central-Anzeiger für jüdische Litteratur
Volume
1 (1890)
Issue
Heft 4 (Juli 1890)
Date
1890-07-01
Page
Seite 84 (sequence 12)
Language
German
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84 [Das anerkannt treffliche Erbauungsbuch enthält sinn- und gemütvolle Gebete und Betrachtungen, die sowohl nach Inhalt als nach Sprache ihrem Zwecke völlig entsprechen] ROSENZWEIG ADOLF. Jerusalem und Cäsarea, ein historisches Essay mit besonderer Rücksicht auf die Bedeutung Cäsarea’s für Judentum und Christentum. Berlin, Mayer & Müller 1890, 31 S. [Die auf Cäsarea bezüglichen Angaben der Traditionslitteratur haben in diesem Essay, das wohl einen Vortrag bildete, eine recht passende Verwendüng gefunden. Jochanan b. Hai (Tos. Succa 1, 9; b. Suc, 27 b) gehört nicht einer späteren Zeit als R. Abahu an, (S. 26), da Elieser b. Hyrcanos mit ihm verkehrte.] SxiCHER—MASOCH, Jüdisches Leben in Wort und Bild, Mannheim, Bensheimer, 1890. 4. Lieferung I, II. 64 S. [Dichterische Gestaltungen voll origineller Frische und Wahrheit, wie sie nur auf Grund feinsinniger Beobachtung und verständnisvollen Eindringens in die Lebens- und Gemütssphäre einer Volksgemeinschaft geschaffen werden können, treten uns in den Erzählungen entgegen, in denen Ritter v. Sacher Masoch die polnisch-jüdischen Lebenszustände zur Darstellung bringt. Die Naturtreue dieser feingezeichneten Gemälde tritt durch die künstlerische Abrundüng derselben nur prägnanter hervor; das unbeachtete Rohmaterial alltäglicher Vorgänge gewinnt durch den schöpferischen Hauch der Poesie, der da_ rüber hinfälirt, Reiz und Leben. Jede der hier aufeinanderfolgenden Erzählungen ist ein kleines Kunstwerk, ein Bild, in welchem Ernst und Humor wundersam ineinander spielen. Die höchst charakteristischen Illustrationen sind eindrucksvoll und überhaupt das Werk, soweit es uns vorliegt, prachtvoll ausgestattet. Es ist nicht daran zu zweifeln, dass dasselbe sich einen grossen Leserkreis erwerben wird.] STECKELMACHER M. Die Gottesidee der Offenbarung und des Heidentums im Liebte eines neuen Unterscheidungsmerkmals betrachtet. Mannheim, Bensheimer, 1890, 101 S. [Das Unterscheidungsmerkmal besteht darin, dass in den heidnischen Religionen den Göttern die Seligkeit zugeschrieben wird, die der Mensch für sich begehrt aber nicht findet, während die offenbarte Lehre dieses dem menschlichen Gemüte unentbehrlich scheinende Attribut des göttlichen Wesens nicht kennt (s. S. 12, 13). Gott ist nach derselben zwar ein unerschöpflich gütiger Spender aller Seligkeit, aber nirgends als selbst selig oder Seligkeit heischend vorgestellt (S. 81). Eine von diesem Gesichtspunkte ausgehende speculative Vergleichung des in der hellenischen Mythologie und Philosophie hervortretenden Gottesgedankens mit der biblischen Gottesidee bildet den Hauptinhalt des lehrreichen Buches. Dass die Grundlehren der Offenbarung, die das, was unausgesprochen in der Menschenseele liegt, kundthun, unmöglich dem eigenen Genius des Menschen entstammen können (S. 3), lässt sich nicht so leichterdings behaupten. Das Beispiel von der biblischen Lehre über Weltschöpfung (S. 7, 8) kann hier wenig beweisen, da die kosmogonischen Vorstellungen der heidnischen Welt in letzter Linie auch auf eine Schöpfung aus Nichts, wenn auch zumeist mit Zugrundelegung eines dualistischen Prin-

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