Central-Anzeiger für jüdische Litteratur
- Journal
- Central-Anzeiger für jüdische Litteratur
- Volume
- 1 (1890)
- Issue
- Heft 4 (Juli 1890)
- Date
- 1890-07-01
- Page
- Seite 80 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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80 Die für Ausnahmsfälle betreffs der Verordnung R. Gerschom’s gegen die Polygamie (s. S. 43. ff. vgl. B. d. Fr. No. 49) geforderte Zustimmung von drei Gemeinden in dreiLändern ist, wieMer Verf. vermutet, späteren Ursprungs, doch kann מנ׳ארצות in M H R M IV nicht gestrichen werden, da in dem darauf folgenden Absätze mit den Worten ואין צריך שיהיו מל ארצות (ebenso in M H R M I. u. M. Minz No. 102) auf diesen Passus Bezug genommen wird. Wie R. Gerschom selbst in einem solchen Falle urteilte, zeigt sein Gutachten in Resp. M. b. B. No. 865. Die S. 47 ff. besprochene Anordnung scheint ursprünglich שלא לגרש אשה בעל כרתה gelautet, zu haben s. Resp. M. b. B. 1021 M. Minz 104 s. Zunz a. a. 0. S. 509. In dem Texte der Verordnung über die Sperrung der Synagoge nach MHRM Ia (S. 49) ist am Schlüsse eine Zeile ausgefallen und ist diese Stelle nach M. b. B. No. 153 in folgender Weise zu berichtigen וכשיש ב' בתי כנסיות בעיר או יותר אינו יכול לבטאכי אם באותו שהנתבע בו אך כשביטל ג׳תפלות באותו ביה״ב שהנתבע מתסלל בו אז יכול לבטל] כל בתי כנסיות שבעיר; MHRM 11 enthält demnach betreffs dessen keine spätere Erweiterung vgl. noch B. d. Fr. 958 (צריך לעכב התפלה עך שיעשו לו לין) und die bei Berliner-Hoffmann Mag. 10 hebr. Beil. p. 1 ff. abgedruckte Urkunde ddo. 1469 (p.— ער קלימא אויף מיך אין דר שולק — דו קלאמשט אויף מיך אין דער שולין * * שאין חל עליו עשיית דין ישראל אלא וקלימין הוא בטול התמיר והוא כמו כפייה.ע״י קלומין)*) — Es folgen (S. 54—65) ein eherechtliches Gutachten von Dr. M. Horovitz und (69—82) eine Mitteilung über das Constitutenbuch der hessischen Judenschaft von Dr. L. Munk. Der Rabbiner Wolf Traub war früher Rabb. in Mainz (s. Forts. Zem. D. Ed. Frankf. 67 b s. Resp. Ch. Jair 235 a; die Approb. zu Jacob Saslawers נחלת יעקב ddo. Mainz 1. Ijar 1686 ist בניסן זאב וואלף unterz. Nach Ch• J. 1. c. war er nachher Rabbiner im Kreise Wiirzburg, als solchen bezeichnet er sich selbst in Resp. Nachl. Schibea No. 27 (vgl.70) **) wozu auch sonstige Angaben, nach welchen er 1670 in Heidingsfeld Rabbiner gewesen, stimmen (s. Resp. Emunat Schemuel 40 vgl. 59, 60; David Grünhut מגדל 9 דודa). Manche Werke werden von ihm approbirt (so חכם לב Ed. 1693 u. a.) Traub’s Vorgänger waren Wolf Epstein (1665), der für den Sabbatianismus schwärmte (s. 4 שירי יהודה• b.)***), und Mordechai Süskind Rotenburg (1682 s. seine Resp. N. 6, 7, Resp. Em. Schern. No. 57, Ch. J. No. 51 und 233b). — Von besonderer Wichtigkeit sind die Mitteilungen Hoffmanns über die in Midrasch haggadol Ms. erhaltenen Ueberreste einer Mechilta zu Deut. (d. Th. S. 83—98; 11. Th. p. 1—32). Wir beschränken uns hier blos auf einzelne Nachweise und Bemerkungen. Zu h. Th. p. 3 Z. 1. vgl. Debarim suta Ed. Buber p. 12 N. 6; der Satz R. Simons findet sich verkürzt in Genesis-Hag. c. 81 E.; zu p. 4 N. 9 vgl. Buber das. p. 14 N. 25. Die LA. אפרכוס f• לברכיס ממינצפורק zu emendiren ist, die Ortsangabe fehlt in Ed. Lemb. 414 (wo fälschlieh שמחה £ שמעון) und ist dies bei Zunz das. u. S. 309 nachzutragen. *) Das. p. 5. wird die Zahl der Verordnungen R Gerschom’s auf 10 beziffert wie in Cod. Brüll (s. S. 40). **) 'קווייל in Ch. I. u.^vfl (N. Sch.) sind aus וואלף entstandene Corruptelen. ***) Später war er bereits Rab. in Friedberg (1669 s. Em. Schern. No. 9; Appr. zu Temerls ספרא דצניעותיה דיעקב, zu Besp. El. Lipschütz u. a.) vgl. Zunz z. Gesch. u. Lit. S. 271 A.