Central-Anzeiger für jüdische Litteratur
- Journal
- Central-Anzeiger für jüdische Litteratur
- Volume
- 1 (1890)
- Issue
- Heft 2 (März 1890)
- Date
- 1890-03-01
- Page
- Seite 39 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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39 BLUMENTHAL ADOLF, Rabbi Meir, Leben uncl Wirken eines jüdischen Weisen aus dem nachchristlichen Jahrhundert nach den Quellen dargestellt. Frankfurt a. M., Kauffmann 1888, 8 u. 143 8. [Die Bemerkungen in Zunz-Jubelschrift S. 101 ff. sind dem Verfasser wohl nicht bekannt geworden. Der Name Meir, der Stoff״ zu Deutungen gab, kommt schon in früherer Zeit vor (Jos. b. j. 6, 5,1). Dass נהוראי ,נהוריי יורי ist, wird S. 20 A. 1 mit Unrecht bezweifelt. Warum sollte man, wenn nicht die Namensähnlichkeit darauf geführt hätte, gerade R. Meir zum Nachkommen Nero’s gemacht haben? Ein ״Midrasch Echa“, in welchem Gleiches berichtet wird (S. 17 An. 3), ist nicht bekannt. Die Bezeichnung ין£ (S. 30 A. Weiss Ctesch. d. Trad.2,103 A. 2) scheint schon Justin gekannt zu haben, der eine rtyiovaC genannte jüdische Sekte erwähnt (vergl. Rhenferd Dis. mise. p. 77 - 82). Dass Elisa b. Abuja Homer gelesen habe, (S. 30) ist aus den Quellen nicht ersiehtlieh. Eine Berufung auf das Statut von Uscha ist in den Worten R. Meir’s (M. Kat. 3, 1 s S. 57 A) nicht zu linden•, der dort erwähnte Verfall gehört einer Zeit an, in der dasselbe noch nicht bestand. עזין (Beza 20a s. 71 A. 1) hatte für Resch Lakiseh, der sicherlich an R. M/s Satz anknüpfte, nur die Be־ deutung ״frech“ (s. Ex. r. c. 42, 9); R. M. bezeichnete wohl damit die Hartnäckigkeit vgl. Ex. r. c. 1. c. Zu S. 74 A. 1 vgl. Bet-Talmud 4, 46. Dass Job Lieblingslektüre war, ist nicht erweisbar. Der Ausruf: עשה למכעיסין ]D □א (S. 90 a. Ester 1, 9) ist Akiba entlehnt (s. Sifre II, § 43 b). Zu S. 94 A. 1 vgl. Zunz Ges.-Schr. S. 266 Nr. 63. אין אל□ אוסר פלוני קשך־ן (Ex־1 •’* ־ c־ s־ S. 95) heisst nicht: Man sagt Niemanden harte Worte, sondern: Man nennt einen Menschen nicht ״hart“ (vgl. Gen. r. c. 42 * * כשאדם קשה m anderem Sinne קשה כברזל Menach. 95 b, der in Tos. z. St. eitirte Satz ist in dieser Fassung nicht vorhanden). Die Erzählung Berach. 10a (S. 110 A. 1) wird in Midi*. Ps. 104 mit teilweise verändertem Inhalte vorgetragen.] DALMAN GUSTAF H. Jesaias 53, das Prophetenwort vom Sühnleiden des Heilsmittlers mit besonderer Berücksichtigung der synagogalen Litteratur, Leipzig, Faber, 1890, 56 S. [Der ״von den Rabbinen“ über die heilige Schrift ״gehäufte Schutt“, der durch diese Schrift ״weggeräumt“ werden soll, wird von dem Verfasser erst recht aufgestöbert, da er ihm dazu dient, die Lehre von dem ״stellvertretenden Leiden“ u. dgl. als eine in der jüdischen Litteratur bezeugte nachzuweisen. Allerdings wird in Gebeten und haggadischen Aussprüchen an die Unzulänglichkeit der eigenen Verdienste erinnert, in deren Bewusstsein es als Wohlthat empfunden werde, wenn Gott um der Frömmigkeit der Väter willen Gnade übe, (aber es wird nirgendswo gelehrt, dass es dem Menschen unmöglich sei. durch seine persönliche Gerechtigkeit resp. Busse das göttliche Wohlgefallen zu erwerben. Der Jude, der ״sein Heil in Zeit und Ewigkeit sich selbst verdanken will“ (8. 41), wozu er übrigens die Gnade Gottes nicht entbehren zu können glaubt, verstösst damit in keiner Weise gegen die Lehre der Schrift und der Tradition]. FLÜGEL M., Gedanken über religiöse Bräuche und Anschauungen. Der Parsismus und die biblischen Religionen, ein Beitrag zur Kulturgeschichte des Morgen- und des Abendlandes. Cincinnati 0. kl. 8. 100 S.