Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- X. (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 151 (sequence 157)
- Language
- German
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151 der Einrichtung seines Privatlebens zu konstatieren.J) Grund־ zug des Lebens in diesen Kreisen ist eine gewisse leichtlebige Freude am Genuss, die sich von der im Judentum ziemlich allgemein gewordenen Lebensanschauung scharf abhebt. Die üppigen Gastmäler an der Tafel des Reschglutha waren berühmt sowohl wegen der Kostbarkeit* 2), als wegen der Mannigfaltigkeit der Speisen3). Zu Ehren eines gern gesehenen Gastes soll man wohl sechzig4) bis achzig5) verschiedene Gänge aufgetragen haben. Ein besonders beliebtes Gericht mag Rehbraten gewesen sein, der mehremal genannt wird.6) Wahrscheinlieh stammte derselbe aus den grossen Waldungen des Hauses selbst.7) Zu den Tafelfreuden gehörte vor allem der Wein, der S. 95, 99), 2. die חזקה (Verjährung für Immobilien) tritt nach 40 Jahren ein (u. nicht nach 3, wie man sonst annahm), 3. Wer von der Regierung die Güter der die Grundsteuer schuldig gebliebenen Armen kauft (cf. Rabbinowicz leg. civ. IV, 174) ist als rechtmässiger Eigentümer zu betrachten. Die dem Fürsten so nahestehenden Gelehrten Samuel (Weiss III, 170 Anm.) u. Nachman (1. c. 179) berücksicht, ganz bes. das pers. Recht. S. noch ob. 147 A. 2. י) Auch hierauf ist bis jetzt nicht geachtet worden. 2) Cf. Midr. zu Klageliedern 3,7, Meg. 7b (dazu folg. Anm. Ber. 40a). 3) 1. c, Mare b. Mar ist nach der S. 106 Anm. 6 angef. Behauptung Crochmals identisch mit dem (späteren) Exilarchen Abba Mare. 4) שיתץ צעי דשיתין מיני קדירה״» Sechzig Schüsseln mit sechzig Arten Gekochtem“ setzte Mare b. Mar dem Abbaje nach dessen eigener Erzähl, vor Megilla 1. c. ף Midr. zu Klageliedern 1. c. ed. Sulzbach 55 b, 2. Col. ״R. Jehuda b. Betyra war nach Nisibis gekommen.“ .... ״Der Reschglutha hörte davon und kam zu ihm und sagte ihm: Möge der Herr bei mir speisen.“ Nach längerem Nötigen willigte R. Jehuda ein. Der Reschglutha sprach (hierauf) zum Diener: ״das Gericht, das du einmal auf die Tafel gesetzt hast, bringst du nicht znm zweiten Mal. Als sie an der Tafel sassen, setzte man ihnen 80 Schüsseln (פ' טילקין) V<>11 Speisen vor. Er (Jeh. b. B.) genoss von jeder Schüssel etwas und von jeder Weinsorte (cf. 0ט;מתנת בהונא) einen Becher. Da sprach er (der Reschglutha) zu ihm: Nachdem du gegessen hast (J. b. B. hatte schon vorher eine Mahlzeit zu sich genommen), setzt man dir 80 Schüsseln vor und du geniesst u. s. w. 6) Chulin 59a gemessen oder wollen Rab u. Samuel von einem solchen geniessen (z. Z. Huna’s II.? oben S. 88 Anm. 1), Erubin 39b weigert sich R. Scheschet beim Exilarchen Rehbraten, der nachdem das Thier am ersten Tag gefangen war, am zweiten des Festes zubereitet war, zu essen, während R. Nachman (b. Jakob) u. R. Chisda nicht so skrupulös sind. Cf. Gittin 67b. 7) Cf. B. B. 36 a.