Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- X. (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 145 (sequence 151)
- Language
- German
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— 145 - leistete fürstliche Gewalt die Wahrheit der alten Prophezeihung bestätigte, nach welcher Juda d. h. der davidisclie Königstamm ewig herrschen sollte, erhöhen sie ihn hoch üher den gleichfalls als Davididen betrachteten, aber ohne weltliche Autorität fungierenden Patriarchen, der sich ausserdem als davidischer Nachkomme von der weiblichen Linie keiner so erlauchten Abkunft rühmen durfte1) und desshalb selbst seine Superiorität willig anerkannte.2) Mit ihm verglichen erschienen dem Babylonier seine Fürsten wie Götter.3) Nach der Volksansicht sollte ihre Autorität sich sogar über Palästina,4) wie es scheint, also über die ganze Gola erstrecken. In Wirklichkeit ist es fraglich, ob sie je über die Grenzen des jüdischen Babylonien 5 * * * * 10) hinaus thatsäehlich Bedeutung gewonnen hat.5) *) Genes, rabba cap. 33. c, jer. Kil. IX, 4. S. 32a, Xet. jer. S. 35a. cf. oben S. 57 Anm. 5, jer. Sota VII p. 22a, oben S. 140 Anm. 1. 2) Gen. r. 1. e. jer. Kil. 1. c., Horajot 11b oben S. 58 Anm. 3. ף chuiin 92 a. in dem Vers כי שדירת עבש אלהיבם ועבם אנשיבש (Gen. 32, 29) findet Rabba die Hindeutung auf die beiden Häupter Israels ״den Reschglutha in Babel und den Nasi in Palästina.“ Schon aus dieser Reihenfolge ergiebt sich, dass ראש גולח dem אלהים entspricht und nicht לאנשים w*e es Rasclii z. St. irrtliml. (die richtige Erklärung s. bei Crochmal ״Scholien“ S. 43) auffasst cf. das. 4) Sanhedrin 5a, oben S. 142. 5) Die Grenzen Babyl. best. d. Talmud an verschiedenen Stellen, bes. Kidd. 71b s. dazu Berliner ״Beiträge z. talm. Geogr.“ S. 14—21. In arab. Zeit reichte die Macht des Reschgola soweit wie das bagdader Khalifat. Wenn die Grätz’sche Interpretation der räthselhaften Talmudstelle Jebamot 115b ״־.3.» יצחק ריש גלותא הוד. קאזיל מקורטובא לאספמיא ושכיב שם. die den Commentatoren viel zu schaffen gemacht hat cf.50 תשובות הר׳א׳ען, Juch. s. v., Rapoport in Erech Millin s. v. אספמיאמ“ richtig ist, sodass Isak (der Name kehrt unter den arab. Exilarchen noch zweimal wieder) von Corduene (in dem karduch. Gebirge) nach Apamea in Südbabylonien gereist wäre (cf. Levy Wörterb. zu den Targ. s. v. ^אספמי) s0 wäre damit eine Andeutung von Beziehungen zwischen dem jüd. Fürsten und Armenien (das bek. oft zum Perserreich gehörte) gegeben, da Corduene an d. Grenze dess. lag. In der späteren Zeit finden wir in Nisibis, Armeniens Hauptstadt, einen Zweig des Geschlechtes (Nathan Babli in Juch. Amst. 1717 S. 92a). Cf. auch oben S. 22 Anm. 3. Man könnte also fast auf die Vermut, kommen, dasss auch in unserer Periode ein solcher dort existierte, mindestens seit dem Anfang des 4ten Jahrh. Unter dieser Annahme würde sich die auffallende Erscheinung erklären, dass auf die Nachricht vom Tode dieses Isak Abbaje an der Identität desselben zweifelt, obwohl er ausdrücklich in dem Bericht als Reschgola 10