Mannheim
Compact Memory

Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1890-01-01 · X. (1890) · p. Seite 144

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
X. (1890)
Date
1890-01-01
Page
Seite 144 (sequence 150)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2418846-2418861--1860-2420755
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

144 Fürstenhof hatte, an die Spitze des Oberappellationsgeriehts. IJkba II., wegen seiner Gelehrsamkeit mit dem Ehrentitel Rabbana belegt, scheint wieder die Thätigkeit Ukba’s I. aufgenommen zu haben, im allgemeinen nahmen die Fürsten der taimud. Periode, teils aus Unkenntnis, teils aus dem Bestreben heraus, ihre Person, wie die Grosskönige, möglichst wenig zu zeigen, endlich auch aus Widerwillen gegen die herrschende Richtung, die zu bekämpfen sie nur gelegentlich Repressivmassregeln anwendeten1 *), öfter ihren Unwillen scharf zum Ausdruck brachten8), an dem Volksleben, wie es scheint, wenig Anteil. Eingeschlossen in seinem Schlosse, das er nur selten verliess3), war der Fürst dem Volke wenig zugänglich, und selbst den angesehensten Gelehrten ward selten die Gunst einer Audienz zu teil.4) Trotzdem war er bei den Juden in Babylon nicht unbeliebt.5 * *) Stolz darauf, in ihm einen echten Davididen zu besitzen, dessen von der pers. Regierung gewährl) So wird Rab auf Befehl des Exilsfürsten (wohl Ukba I. cf. oben S. 81 Anm. 2) ins Gefängnis geworfen, weil er sein Amt als Marktinspektor nicht nach den Intentionen desselben verwaltet hatte und verwalten wollte cf. auch unten über die Misshandlungen der Gelehrten durch die Exilarchisten von denen er aber wohl nur zum Teil selbst Kunde hatte. (Gittin 67 b) *; Erubin 25b, 26a קרי עלייהו׳ ריש גלותן^•־ הכמיכם המד־. להרע ולהיטיב לא ידעו♦ Pa rief der Reschglutha über sie (Raba, R. Papa u .s. w.) aus: Weise sind sie um Böses zu thun (zu erschweren), aber Gutes zu thun (zu erleichtern) verstehen sie nicht; Cf. Raschi zur St., oben S. 104 Anm. 2. 3) Für die arab. Zeit Ibn Yerga ״Schebet Jeh.“ Nr. 42 von jenem Tage an (dem der Installation) verliess der Nasi sein Haus nicht mehr und bestimmte Leute kamen zu ihm und beteten mit ihm gemeinschaftl. (S. 87 fast mit dens. Worten Nathan S. 92 b Ende). Aehnliches ergiebt sich für die taimud. Periode aus dem fast völligen Zurücktreten der Person des Reschglutha. Cf. oben S. 87. Sukka 10 b, wo die Gelehrten R. Chisda und Rabba b. Huna erst auf ihren ausdrücklich geäusserten Wunsch dem Fürsten (Nehemia) ihre Aufwartung machen dürfen z. St. oben S. 94. 4) S. vor. Anm. 5) Als der Sohn des Fürsten z. Z. Samuels (Mar b. Mar Ukba?) plötzlieh stirbt, strömt die gerade zum Gebet versammelte Gemeinde aus der Synagoge, ohne das Mussafgebet zu-verrichten. Jer. Ber. 4,6 S. 8. Cf. Ber. 30 b, wo der Einfall eines Heeres als Grund für die Unterbrechung des Gottesdienstes angegeben ist.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.