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Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1890-01-01 · X. (1890) · p. Seite 139

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Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
X. (1890)
Date
1890-01-01
Page
Seite 139 (sequence 145)
Language
German
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139 hängig, so scheint er dem Volke gegenüber völlig unabhängig gewesen zu sein. Seine Macht war, wie es scheint nur an das Herkommen und die Sitte gebunden. Ob auf seine Ernennung von den Volkshäuptern irgend ein Einfluss geübt wurde, wie in der späteren Zeit,1) ist sehr fraglich.2) Eine feierliche Installation dagegen wird wohl auch in der älteren Periode üblich gewesen sein. Dieselbe, die auch das Muster des grossköniglichen Hofes für sich hatte,3) mag im wesentliehen mit der in der Blütezeit des islamischen Beschgolats gebräuchlichen4) übereingestimmt haben, nur war sie wohl einfacher, was sich daraus schliessen lässt, dass der Talmud nur eine der beim Wahlfest, wie sonst, genannten Auszeichnungen erwähnt, die angeblich schon unter den judaeischen Königen gepflogene Sitte, die Thorarolle dem Fürsten zu seinem Sitze ף Cf. Grätz V, 478. Siehe auch S. 100 Anm. 4. S. 17 Anm. 1. 2) Oben S. 133. s) Spiegel III, 606 f. S. Nöldeke ״Tabari“ S. 30 Anm. 3. 4) Die Investitur, wie sie in der arab. Zeit stattfand, schildern uns ausführlich Ibn Verga im ״Schebet Jehuda“ Nr. 42 nach einer!“תשובו״ גאוניבש ראשיניבש (cd. Wiener S. 84—86) und Nathan hakohen ben Isak hababli bei Juchas. Amst. 1717 S. 92 ff. (cf. Grätz V, 145 f. Hamburger 1. c. 212 f. Reifmann in Bikkurim I S. 47 f, מדרך הקמת ראש הגולה״)• Beide Berichte, von denen der Nathans durchweg mehr ins Detail eingeht, stammen offenbar aus ganz verschiedenen Zeiten. Den Beweis hierfür geben folgende steilen: «אבל־‘ ראשי ישיבות אינן קורין בספר תורה באותו חיוכם מפני שקדמון אחר“• »Aber die Akademiehäupter lesen an diesem Tage nicht aus der Thora vor, weil heute ein anderer den Vorrang einnimmt.“ (Nath. Babii 1. c. 92 b). “״ ״וקורא ראשון ו ר' ג‘)' ואחריו ראשי ישיבות!ad er (der Reschgola) liest zuerst vor u. nach ihm die Scholarchen (Ibn Vergaß, c.) Das ganze Volk begleitet ihn nach dem Gottesdienst am Sabbat nach Hause, aber nach Nathan ראשי ישיבור״! אינן הילכץ עסו (Nathan 1. c.) Cf. Ibn Verga ״ והולבין אחר התפלה לביתו ששים ושמחיבשach dem Gebet ging man mit ihm nach Hause, fröhlich und guter Dinge.“ Stammt nun Nathans hakohens Bericht (c. 950) aus seiner eignen Zeit, wo die weltl. Macht des Principats zu einer Schattenmacht herabgesunken war, nur durch reiche Geschenke an die Khalifen und ihre Grossen ihr Dasein fristete und nur dem Namen nach über den Schulhäuptern stand, die sich ihm an Rang fast gleich dünkten (cf. Grätz V. 294), so führt uns das ״Responsum der älteren Gaonen“ in die erste Zeit der islam. Periode,

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