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Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1890-01-01 · X. (1890) · p. Seite 136

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Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
X. (1890)
Date
1890-01-01
Page
Seite 136 (sequence 142)
Language
German
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136 Forderungen des Hofceremoniells ausser Acht gelassen und einen vertraulicheren Ton angeschlagen haben.1) Jedenfalls hatte, wie die übrigen Beamten, auch er an dem ersten der eranischen Feste, dem Neujahrsfest2) zu erscheinen und dem König sein Neujahrsgeschenk, das in 4000 Dirhem bestand, zu Füssen zu legen2), wie aus einer handschriftlichen Angabe hervorgeht.2) Als Beamter des grossköniglichen Hofes trug der *) Die prunkvolle Fahrt des vom Volk erkorenen Fürsten zum Khalifen, um diesen um die Anerkennung seiner Wahl zu bitten wird von Benj. v. Tudela ed Asher I. 68 ausführlich geschildert. Aehnlich wird das., v. Nathan Babli in Juch. 98 a f., von einem bei Ibn Verga ״Schebet Jehuda“ Nr. 42 erhaltenen gaon. Responsum sein Aufzug, wenn er wegen eines Anliegens zu diesem fuhr, gerühmt, und nicht minder die huldvolle Aufnahme, die er bei dem Khalifen fand. In unserer Periode finden wir Rab in Beziehungen zum letzten Arsaciden Ardevän (Grätz IV, S. 281 A. 2), Samuel zu Shäpür I. (Moed Katon 26 a Grätz 1. c. 288) Huna b. Nathan vor Jezdegerd I, der ihm den Gürtel höher rückt (Seb. 19 a, aus welcher Notiz man nicht ohne Grund auf sein Principat geschlossen hat s. indess S. 110 Anm.) R. Chama im Gespräch mit Shäpür II. (Sanhedr. 46b.), in dessen Mutter Ifra eine eifr. Gönnerin Raba’s (Grätz IV, 864 ob. S. 112) und endlich R. Aschi, M. Sutra u. Amemar im Palast Jezdegerd’s I. (Ket. 61a Grätz 1. c. 382.) Dieser Fürst wird, wie Grätz mir mitteilt, gemeint sein, wenn der ״Dinkart“ den Herrschern empfiehlt, nach dem lauteren Gesetze d. Feuerlehre zu regieren u. sich nicht dem Judentum zuzuneigen,das die Welt zu Grunde richte. (Rev. d. et. j. XVIII S. 3. 8) Das Naurözfest, das vom ersten bis sechsten Tage des Monats Fervärdin dauerte, also ungefähr die erste Märzwoche hindurch ge־ feiert ward und das, wie unser Neujahr, das Jahr eröffnete, wurde am grossköniglichen Hof durch ein glänzendes Hoffest begangen, an welchem die Beamtenaristokratie und der Adel überhaupt dem König seine Aufwartung machte und sein Neujahrsgesclienk zu Füssen legte, und wobei ein strenges Oeremoniell beobachtet wurde (Firdosi ״Shänähme 2013/14 ff. siehe die Beschreib, dies. Neujahrskour. cf. Spiegel I, 527, III, 707. Die unvermeidliehen Geschenke waren gewiss allmählich nur dem Namen nach noch freiwillig und nach Stand und Rang des einzelnen schon im voraus bestimmte Summen geworden. Wieviel den Reschglutha das seine kostete, glaube ich in einem bis jetzt unbenutzten von Goldziher bei Kobak ״Jeschurun“ VIII. S. 77 und Revue des etudes juives 1884 S. 128 ff. abgedruckten Passus aus dem handschr. in der kaiserl. Bibi. v. Wien Nr. 94 (fol. 194 b) vorh. Werk des Abu-Othman al Gahiz (f 869 n.) gefunden zu haben. Derselbe teilt nämlich mit, unter der Perserherrschaft habe der Ras al-Gälüt am Naurözfeste 4000 Dirhem gezahlt 2800 M., wenn der gew. Sassanidendirham, 1600 M., wenn der arab. älterer Zeit zu verstehen ist. Cf. über d. Wert d. Dirham Nöldeke ״Tabari“ 355 Anm. 1. Der Grund davon sei unbekannt, vermutlich

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