Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- X. (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 134 (sequence 140)
- Language
- German
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134 armenische König Khosrav selbst den Sahak zum Katholikos ernannte) bestanden. Man versagte auch wohl die Bestätigung; wenn der Candidat nicht persona grata war. Ein zuweilen vorkommender Ausdruck für das Verhältnis des jüd. Fürsten zum Hof von Ktesiphon ist: “ ״ ״קרובים למלכות הןsie stehen in nahen Beziehungen zum königl. Hof.“1) r Gehörte er so zu den Beamten des Grosskönigs im weiteren Sinne, so rangierte er dementsprechend bei feierlichen Gelegenheiten unter diesen, und zwar natürlich nicht in erster Reihe.2) Für die nähere Bestimmung seines Verhältnisses zu den übr. Würdenträgern der pers. Krone und des Ranges, den er unter ihnen einnahm, geben talmudische in sonderbarer Weise bisher missdeutete Stellen3 * * *) einige Andeutungen. Aus ihnen scheint hervorzugehen, dass er dem höchsten Civilbeamten des persischen Reiches8), dem arzabades (areat) Chiliarchen (der Arier) speciell untergeordnet war, welcher eine ähnliche, nur bedeutendere Würde, wie unser Minister des Inneren, innegehabt haben muss. 3) *) Gittin 14b. Er findet sich auch in Bezug auf das Patriarchenhaus gebraucht. Cf. Sota 49b, B.-K. 83a. 2) Ueber die Rangordnung am grossköniglichen Hofe sind wir durch griech. Schriftsteller, Firdosi (Shähnäme 2029 f. in seiner Beschreibung der Neujahrskour) und bes. Masüdi (2,153) einigermassen unterrichtet. Nah dem letzteren unterschied die Hofetikette drei Klassen von hoffähigen Würdenträgem, deren erste, die Hofleute vom höchsten Rang, (die Agävira und Prinzen), die königlichen Tischgenossen, sich zehn Ellen von dem Grosskönig entfernt halten mussten oder vielmehr von dem Vorhang, der ihnen dessen geheiligte Person verbarg, und an dem ein eigener Beamter aufgestellt war. Während die dritte und letzte von den dem Vergnügen des Königs dienenden Hofleuten gebildet ward, rangierten die (Marzbäns und Jspehbeds) Beamten und Würdenträger aus den Provinzen hinter der ersten, 10 Ellen von derselben entfernt. Zu der letzteren Klasse gehörte wohl auch der Fürst der Juden, und auch in ihr kann er unmöglich eine hervorragende Rolle gespielt haben. Unbegreifllich ist es, wenn Grätz IV, 276 und nach ihm Hamburger II, Artikel ״Exilarch“ S. 213 auf Grund d. missverstandenen Stelle in Schebuot 6 b, jer. Schebuot I, 2. ihm den vierten Rang nach dem Könige vindicieren. Cf. folg. Anm. und Nöldeke ״Tabari“ 68 Anm., Jost ״Geschichte d. Judentums“ II, 132 Anm. 2. 3) Schebuot 6b jer. Schebuot I, 2 cf. Berach. jer. 2. 4. In beiden Stellen aus Scheb. wird das Verhältnis von den beiden Hauptaussatzarten בחררת s• Nebenart סיף und שאס mit seiner Nebenart קרוס mit dem des סלך und seines Unterbeamten (ל(איפרבוס des רופילא)• wofür jer. 1. c.