Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- X. (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 123 (sequence 129)
- Language
- German
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123 wissen, um 7 + 15 Jahre später 530. Mit den übr. Details der Traumgeschichte ist also auch die Erzählung von einem noch ungeborenen Prinzen (einem zarten Reis ארזא זוטרא Beziehung auf M. Sutra cf. obenS. 24 ff.) dem bostanai’schen Sagenkreise entnommen; eben daher stammt auch das angeblich <בלון דביח ידור nur dass hier d.Vernichtungsgeschäft einer Pest (viell. mit Bez. auf ein histor. Faktum, das das auffallend rasche Hinsterben der Saboräer kurz nach einander erst erklären würde,1) stat wie dort der Geschichte entsprechend, einem wahnsinnigen König (מלך משוגע Cosroes II.2) übertragen wird. Das beweist das kl. Chron. selbst, wenn es nach dem Fall M. Sutra’s und der Eroberung s. Haupstadt3) Machuza von der Flucht der david. Familie (וערקו דביח דוד) spricht, von der es zwei ihrer Glieder4) sogar nahmhaft macht. Aber auch das tragische Ende des Usurpators M. Pachda (Fliege), wie dessen ganze Persönlichkeit ist ein Mythus, herausgesponnen aus dem Umstände, dass das Fürstensiegel der späteren Reschglutha's 5) eine Fliege zeigte, mit der Tendenz, die Enstehung desselben statt wie im Bostanai'schen Sagenkreis auf Bostanai,6) auf M. Sutra zurückzuführen6.) Auch andere wichtigere Angaben der Mar Sutrasage, und zwar auch des 2ten Teils derselben 7) scheinen nicht ganz im Einklang mit der historischen Wahrheit. Zunächst wäre zu untersuchen, ob Mar Sutra II. überhaupt Reschglutha im strengen Sinne, d. h. jüdischer Lehnsfürst der persischen Krone war. M. Sutra führte, wie erzählt wird, einen ruhmvollen Krieg gegen das persische Reich an der ף S. Scherira W. 18, 19. Eine furchtb. Pest um 628 erwähnt Tabari bei Nöldeke 885. 2) Ich beziehe mit Brüll II, 102 f. die Vernichtung des Exilarchenhauses zur Zeit Bostanai’s auf die blutige Verfolgung, die Cosroes II. um 592 über die Juden, wegen ihrer Unterstützung Behram Cobins verhängte cf. Spiegel III, 489 Theophylact ed. de Boor 201. 3) Siehe unten S. 126. 4) Achunai u. Giza. Brüll 1. c. s. unten S. 127 187. 5) oben S. 28 Anm. 3. S. unten. 6) Grätz 1. c., S. 38 ff. Merkwürdiger Weise hält Grätz V, 14, 420 Pachda für historisch, Brüll II, 105 drückt nur einen gew. Zweifel aus. 7) Oben S. 120.