Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- X. (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 118 (sequence 124)
- Language
- German
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118 scheint das Bestehen eines jüdischen Gemeinwesens in fast unabhängiger Form als eine ernstliche Gefahr für das Reich empfunden zu haben. Durch ein Gesetz vom Jahr 4671) sollte die Autonomie der jüd. Gemeinden aufgehoben und persisches Recht allgemein eingeführt werden, ein Versuch, wie ihn schon Darius gemacht hatte, die lose verbundenen Vasallenländer zu einem einheitlichen Ganzen zu verknüpfen, aus einem Staatenbund einen Staat zu bilden. Dem david. Fürsten ward sicherlieh seine verbriefte Macht genommen. Die Folge davon mag ein Aufstand der Juden gewesen sein, die sich solchen ihre Existenz in Frage stellenden Verordnungen nicht fügen konnten. Bei der gewaltsamen Unterdrückung ihres Widerstandes wurden die angesehensten Volksführer2), vor allen der Fürst Huna Mar b* Mar Sutra im Januar (Tebet) 781 eingekerkert und mit einem berühmten Gelehrten Mescharschija am 7. Januar (18. Tebet) hingerichtet.3) Die zu treffenden Massregeln wurden jetzt mit Energie ausgeführt. Die akademische Lehrthätigkeit ward untersagt, Schulen wie Synagogen geschlossen und zum Teil niedergerissen, jede Aeusserung der Volkseigentümlichkeit und des religiösen Geistes systematisch unterdrückt und schliess- ף Dass die Zahl 467 ח״ש ע'ח allen Anspruch auf Beachtung hat obwohl ihr die durch mehrere Texte gestützte Variante 477 תש פ״ח gegenübersteht, beweist Ab. S. 9 b, wo ein gewisser Chanina für das Jahr 468 den Weltuntergang prophezeit. Aus dieser bisher ganz unbeachtet gebliebenen Notiz geht klar hervor, dass das Jahr 468 schon unter allen Schrecken der Verfolgung, die Peroses verhängte, zu leiden hatte. Der Anfang der Verfolgung ist also nach dem S. Tann, we Amor, auf das Jahr 467 zu bestimmen und die Lesart 477 zu verwerfen (oder auch auf ein anderes Stadium derselben, die gewiss lange angehalten hat, zu beziehen). Die Zer- Störung der Synagogen, n. S. Tann, (gegen welche Angabe Brüll II, 12 A. 8 manches vorbringt) schon 467 (resp. erst 477), Verbot der Lehrvorträge und die Erziehung jüd. Kinder in der per§. Weise wird nach Sch. nach der am besten beglaubigten Lesart um 474 (al. 470) fallen, ohne dass darum die Verfolgung während der Zwischenzeit geruht hätte. Cf. Brüll 1. c. צ) Amemar b. M. Janka (? der Name ist korr. cf. Fürst 1848 S. 477 Anm. 817) u. Mescharschija b. Pakod. s) Diese genaue Angabe Scherira’s ist der um ein Jahr differierenden des S. Tann wegen ihrer Genauigkeit unbedingt vorzuziehen. Cf. Aboda S. 9b. ״Nach 470 (um 471) Weltuntergang.“