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Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1890-01-01 · X. (1890) · p. Seite 117

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Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
X. (1890)
Date
1890-01-01
Page
Seite 117 (sequence 123)
Language
German
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— 117 — schnelles Ende wird von der Sage dem Eingreifen des Himmels zugeschrieben, das durch das inbrünstige Gebet der Seholarchen v. Sura u. Pumbaditha, Mar b. B. Aschi \^455—468) u. ß. Sama (456—471) veranlasst wurde.1) Jezdegerd II, fand einen wunderbaren Tod durch einen ihn in seinem Schlafgemach verschlingenden Drachen.2 3) Die von Priestern geschriebene Zeitgeschichte überlieferte ihn unter dem Namen ״der gütige* der Nachwelt.5*) Dass aber durch die von ihm angestellte Verfolgung auch das jüd. Fürstengeschlecht betroffen wäre, wird uns nicht gesagt. Viel planmässiger und konsequenter und mit viel grösserer Schärfe suchte Jezdegerd’s Sohn Peroses (von 457 Mordtmann, 459 Muralt u. Patkanian; bis 384 cf. oben S• 39) die Judenmission durchzuführen, der neben den vielen sonstigen Schattenseiten seines Charakters, seiner Gewissenlossigkeit und Undankbarkeit,4) eine bigotte religiöse Stimmung zeigte, die ganz an Philipp II. von Spanien erinnert.5) Eine Schauermär von durch Juden ermordeten Priestern in Ispahan, ganz im Stil jener Christenkinderblutgeschichten des späteren Mittelalters und der allerneuesten Zeit gehalten, soll die Veranlassung zu der Verfolgung gebildet haben.6) Ihre wahren Motive sind gewiss in den Missionsgelüsten des Königs und seiner Geistliehen, wohl auch in seiner Habsucht, der die konfiscierten Güter zur Beute fielen, zu suchen. Vielleicht spielten auch politische Gründe mit. Der argwöhnische Sinn des Despoten7) *) Scherira bei Jucbas. 88 a. «ובבעיה רהנינא ליזגרד מלכא בבי משכבו•“ 2) Fürst erklärt diese jüd. Yolkssage sonderbarerweise durch die Auffassung von ך־ןיון als ״draco“ Römerfahne Römerheer, als wenn der Tod Jezdegerds, wenn er durch die Römer verursacht wäre, noch dazu unter so eigentümlichen Nebenumständen, (בכי משכבו) uicht auch sonst erz. worden wäre. 3) Spiegel 1. c. 856. 4) Spiegel III, 875 ff. seine Kämpfe gegen die Hephtaliten, die ihm zum Throne verholfen hatten. Ueber seinen Eidbruch das. S. 378 f. 6) Das. Charakteristisch ist die sophistische Auslegung seines dem Hephtalitenkönig geleisteten Schwures. S. 375 cf. S. 378, 379 f. Nöldeke ״Tabaria 129. 6) Hamza S. 56. ed. Gottwald. Cf. Spiegel III, 576, Nöld. ״Tab118 4׳ A. 4. 7) פירוז רשיעא Chulin 62a cf. Grätz 1. c. 405.

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