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Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1890-01-01 · X. (1890) · p. Seite 116

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Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
X. (1890)
Date
1890-01-01
Page
Seite 116 (sequence 122)
Language
German
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— 116 — Sonne“1), wie von einer fanatischen Anhänglichkeit an die mazdayacnische Nationalreligion2) gleich lebhaft durchdrungen. Schon seit seiner Thronbesteigung war die Herstellung der Glaubenseinheit einer seiner Lieblingswünsche. Besonders heftig und anhaltend mussten die Versuche; diesen Plan zu realisieren; die Christen treffen; die in dem zum pers. Reich gehörigen Teil Armeniens die grosse Majorität bildeten und zur Wahrung ihrer religiösen Interessen zu hochverräterischen Verbindungen mit dem Landesfeind; den Römern; Neigung verspüren mussten. So traten hier zu den von den Magern geltend gemachten religiösen Gründen, die Jezdegerd die Vernichtung des Christen״ tums als eine Gott wohlgefällige That hinstellten, auch politische von seinem Kanzler Mihr Nerseh betonte hinzu, der, wie für einen pers. Politiker natürlich, das einzige Mittel, Armenien unauflöslich mit der pers. Krone zu verknüpfen, in der Einführung der Lichtreligion sah. (Cf. Spiegel III, 358). Für das Judentum konnte dieses letztere Princip kaum Anwendung finden. Sie standen im umgekehrten Verhältnis zu Byzanz, wie ihre Leidensgenossen. Was diese mit den Oströmern verknüpfte, musste sie fester an das Landesinteresse ketten, und so war es politisch sehr unklug, die treuesten Verbündeten der Perser sich zu entfremden. Es ist desshalb charakteristisch, dass diese Verfolgung erst in den letzten Jahren des alternden Grosskönigs zum Ausbruch kam, wo die religiösen Interessen in den Vordergrund zu treten pflegen.3) Indess kann sie nicht sehr intensiv gewesen sein, da sie ganz unblutig verlief. Ihr *) Cf. den Titel Shäpürs II bei Spiegel III, 608. ״Rex regum S., frater solis et lunae*‘ etc. 2) Cf. Oben S. 115 Anm. 3. 3) Die Verfolgung begann mit dem Verbot der Sabbatfeier in dems. Jahre, in welchem Nachman b. Huna, das suran. Schulhaupt von 452—455, starb, also 2 bis 4 Jahre vor Jezdegerds Tode (cf. oben S. 115), während die der (armenischen) Christen 5 Jahre früher eröffnet ward. Cf. Spiegel 1. c. S. 360 ff. Fälschlich lässt Fürst auf Grund eines Irrtums bez. des Todes- Jahres Rechumai’s, das nach Scher, in die שמדא fallen soll, dies, im Anfang von Jezdegerds Regierung beginnen 1. c. S. 517 Anm. 833. Ueber Rechumai’s Todesjahr (455) s. Grätz IV. 417 cf. Fürst 1. c. Anm. 834.

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