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Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1890-01-01 · X. (1890) · p. Seite 111

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Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
X. (1890)
Date
1890-01-01
Page
Seite 111 (sequence 117)
Language
German
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111 falls war derselbe hoch angesehen. Wie weit dieses Ansehen ging, ist aus der merkwürdigen Stelle in Seb• 19a zu ersehen, nach welcher er mindestens Sohn eines Exilarchen, vielleicht Nathan's II., gewesen sein muss. Durch R. Aschi wurde die Macht der jüdischen Fürsten wesentlich geschwächt• Ihr Sonderrecht, die Verkündung des Festkalenders, hatte er an sich gerissen, und seinen Sitz, die nun wieder neubegründete Universitätsstadt Sura so sehr zum Mittelpunkt des jüdischen Lebens zu machen gewusst, dass das Principat sich gezwungen sah, seine alte Residenzstadt Nehardea mit Sura zu vertauschen, woraus die wichtige Folge für die suranische Akademie entstand, dass von nun an bis zum Ende der gaonäischen Periode ihr Rektor nächst dem Fürsten den höchsten Rang behauptete und er nicht einmal officieller Akademieleiter war (wie Juch. ed. Fil. irrig behauptet). Wie gross aber das Ansehen war. das er trotzdem genoss, zeigt sein Verhältnis zum Grosskönig Jesdigerd (I. 397— 417 nach Muralt und Patkanian, Spiegel III, 341), der ihm einmal, wie er selbst Amemar und R. Aschi erzählt, mit eigener Hand bei einer Audienz den Gürtel höher rückt. Endlich heisst es Moed Eaton 28a. ״Als der Todesengel zu R. Aschi kam und dieser ihn fragte, wesshalb er schon sterben müsse, gab er ihm zur Antwort דחקי ריגליה רבן נתן ואין מלכוח ניגערת בחברתיה Zu דחקי bemerkt Amch s. v. דחק und Raschi zu St. נוגעת בהברתיה להיות נשיא• Sie, wie auch Tosaph. Gittin 59 a s. v. והא הונא fassen also ״Bar Nathan“ als ״Huna b. Nathan“ und רעלי als das kek* Exilarchenfest bei der Fürstenwahl. Anderseits hat Grätz mit Recht auf Stellen wie Pesaehim 56b hingewiesen, in denen ein Lehrer des Namens Huna b. Nathan von Nachman b. Isak äusserst verächtlich behandelt wird, worin man indess einen neuen Beweis von Nachman b. Isaks Unabkängigkeitssinn (cf oben S. 103 Anm. 2. Gittin 31b) finden könnte. Ferner kann Huna b. Nathan mit dem Huna IV. des kl. Chron. unmöglich identisch sein, denn letzterer starb, wie feststeht, um 441 nach Chr., Huna b. Nathan aber gehörte schon zu den Hörern Raba1s (gest. 352), wie oben angegeben, wird also spätestens um 415 gestorben sein. Zwei Huna’s b. Nathan aber anzunehmen, von deren zweitem Gittin 59a, Seb. 19a und Moed Eaton 28a, gelten müssten, ist ganz ohne Grund Man wird also im S. 0. s. nicht etwa bei Huna IV. statt u נךןן p״ בנו"“ oder אחיו lesen dürfen, sondern mit Crochmal die letzte Stelle auf Maremar, R. Aschi’s Nachfolger im suran. Rektorat beziehen (Sehol. S. 60) und mit Brüll 1. c. Huna b Nathan für den Sohn des Fürsten Nathan II. halten.

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