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Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1890-01-01 · X. (1890) · p. Seite 112

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Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
X. (1890)
Date
1890-01-01
Page
Seite 112 (sequence 118)
Language
German
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112 und dadurch eine Reihe reeller wie idealer Vorteile gewann.1) Gewiss hat dieser Sieg der streng religiösen Richtung unter R, Aschi in äusseren Ereignissen seinen tieferen Grund. Nachdem die rabbin. Lehren in weitesten Kreisen des Volkes feste Wurzel gefasst hatten, war das Principat mehr und mehr darauf angewiesen, sich auf seine vom Staat anerkannte Macht- Stellung zu stützen. Wurde aber diese Anerkennung zeitweise verweigert, oder hatte der pers. König nicht die nötige Energie und Kraft, um die Rabbinen zum Gehorsam gegen ihren Oberherrn zu veranlassen, so war auf die Liebe des Volkes, dessen grosse Majorität vielmehr auf Seiten jener stand, wenig zu bauen. Schon Shäpur II. (309—380) war durchaus kein Judenfreund. Wenn er auch an der in seiner Kindheit stattgehabten Juden — (313)2) und Christenverfolgung (317)2) kaum Anteil gehabt haben kann, so fand doch Rabba um 331 durch seine Häscher seinen Tod, angeblich, weil durch seine Festvorträge der königlichen Kasse Steuerbeträge entzogen waren3), entgingen andere jüd. Lehrer, wie Raba4) nur durch die Fürbitte der der jüd. Religion zugethanen Königinmutter Ifra4) strenger Bestrafung und stellte Shäpur aus politischen, aber auch aus religiösen Motiven um 343 eine heftige Christenverfolgung an. Von der Regierung seiner nächsten Nachfolger Ardashtr II. (nach Mordtmann 380—383), Shäpür III. (nach Mordtmann u. Clinton 383—388) und Vararan IV (388—399) ist wenig mehr bekannt, als dass sie sehr unbedeutend waren. Vararan’s5) Nachfolger, der bis dahin sehr entschieden Christen•5) wie judenfreundliche Jezdegerd I: (397—417 nach Muralt u. Patkanian, Spiegel III, 341) aber eröffnete gegen Ende seiner *) Cf. Nathan Babli b. Juch. ed. Amst. S. 98b f. 2) S. Oben Theopbanes ״Chronogr.“ ed. de. Boor S. 25. 8) Baba Mezia 86a. Grätz IY, 352. Jost IY. 313 ff. Fürst ״Orient״ 1847 S. 411. Seine 1200 Zuhörer waren ״durch ihre Entfernung nicht gut zu exekutieren (Fürst 1. c.) 4) Grätz IV, 364 ff. Ueber Ifra das. Jost IV, 321 f. 5) Auch Vararan IV, soll die Christen verfolgt haben. Assem. bibil. 01*. 3, 2 p. IIX., Ueber Jezdegerd. Spiegel III 342 ff. Grätz IV, 282.

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