Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- X. (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 97 (sequence 103)
- Language
- German
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97 strenge Gerechtigkeitspflege1) wie durch einen tadellosen Wandel gewann, 2) konnte es nicht fehlen, dass er eine im edelsten Sinne populäre Persönlichkeit wurde, deren sieh die dichtende Sage bemächtigte, um aus ihm ein leuchtendes Ideal sittlicher Grösse zu schaffen. Sein vielleicht von einem Orte herzuleitender Beiname dezizuta3) mit seiner Bedeutung ״Strahlender, der mit dem Heiligenschein“ scheint ihr einen Anknüpfungspunkt gegeben zu haben, den sie, wie es scheint, noch bei seinen Lebzeiten zu poetischer Ausgestaltung benutzte. Es findet sich nämlich in einem an מר עוקבא gerichteten officiellen Schreiben des palästinensischen Synhedrin zu Tiberias die Eingangsformel לדזיו ליה כבר בהיר־ז an den von Glanz umstrahlten gleich dem Sohn der Tochter (od. des Hauses?), eine rätselhafte Formel, deren Lösung die Tradition dahin gibt, dass sein Angesicht von einem übernatürlichen Glanz bestrahlt gewesen sei, wie das des Moses (cf. 2 Mos. 34. V, 29—35), des Sohnes der Tochter oder des Hauses, nämlich Pharao’s, des im ägyptischen Königspalast erzogenen.4 * * 7) Ausser der Namensform, in der 9 Auf seine Zeit beziehe ich die wichtige Stelle Sanhedr. 27 a. cf. Jost 1. c. S. 241, Rabbinowicz ״legisl criminale“ S. 54, das einzige vollständig deutliche Beispiel von der Oberleitung der Gerichtsverwaltung durch den Reschglutha. u. zugl. von der Ausübung der peinl. Gerichtsbarkeit von Seiten desselben. Sowohl nach der Lebenszeit der vorkoramenden Gelehrten Abba b. Jakob (s. Juch. S. 101 ed. Fil. es ist vielleicht Acha zu lesen s. Crochmal S. 58) u. R, Pape (auch. S. 178 ed Phil.) wie seinem Inhalt nach kann der Vorgang nicht vor die Zeit Shäpurs II (309—360) fallen. Cf. näheres unten Cap. IV. ף S. Schabb. 56b. Cf. Grätz IV, 351. *) S. 0. s. 4) Synhedr. 31b. S. Raschi z. St. Der Name ״dezuzita“ scheint ursprünglich auf einen Ortsnamen zurückzugehen (Grätz 1. c. 351). Aus diesem seinem Beinamen und daraus, dass er, wie sein Vorfahr, Ukba I. (Nathan Ukban) auch den Namen Nathan geführt zu haben scheint (über Doppelnamen siehe unten), scheint die Glosse Schabb. 56b (der Reschglutha Ukban b. Nehemia — das ist ״Nathan dezuzita“) entstanden zu sein (den glossator. Charakter erkennt auch Grätz b. d. Stelle an IV, 492 Note 32). Möglich auch, dass man ihn mit einem Zeitgenossen Akiba’s (Nathan dezuzita über dens. Zunz G. V. S. 137 Anm. b), aus dessen Beinamen heraus ähnliche Sägen sich gebildet hatten (cf. Scheeltot Nr. 42 ed Dyrhenfurt 12b Sanhedr. 75a, wo der Name u. d. Zeitbest, fehlt, R Nissim ״Massijot,“ d. beides giebt, Bikkure haittim 1831 S. 79 A. 39. Erklärungen d. Namens Juch. Warschau 11, 7