Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- X. (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 91 (sequence 97)
- Language
- German
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91 Eine Vorstellung von dem Charakter Nathan’8 ist nicht zu gewinnen, da es talmud, Notizen, die auch nur mit einiger Wahrscheinlichkeit in seine Zeit zu setzen wären, nicht gibt. Wenn ihn das kleine Chronikon, wie alle seine Vorgänger (ausser Jochanan) den Sohn des unmittelbar vorhergenannten Fürsten nicht den Nathan Ukban’s nennt, so ist möglicherweise בן נתן ausgefallen * 1). Als Nachfolger Nathans nennt die es doch gewiss eine höchst auffallende Thatsache, dass Nachman b. Jakob niemals als mit dem Hause des Reschglutha, sondern vielmehr stets als mit dem ״Nasia verschwägert erscheint. iUlerdings scheint der letztere Ausdruck auch im Talm. zuw. gleichbedeutend mit “מל יש גלדקא vorzukommen (cf. jer. Thaanit IV p. 68 a “לללשאלץ בשלמא לנשיא w0 ^er Zusammenhang zeigt, dass nur an den Reschglutha gedacht werden kann,) da ja ״Nasi“ der allgem. Ausdruck für die von einer anderen weltlichen Macht abhängige Herrschergewalt des Reschglutha wie des Patriarchen war, im Gegensatz zu dem bibl. לנשיא unter dem der König, שאין על גביו אלא י׳יאלחין verstanden wurde s. Horajot 10a f. Gewiss ist aber, dass gewöhnlich ״Nasi“ als specielle Be- Zeichnung der dem Reschgolat gegenüber inferioren Macht des Patriarchats (Horajot llb, Gen. r. cap. 83c, Sanhedr. 5 a, Chulin 92a, vergleiche dazu Crochmal S. 43, oben S. 71 Anmerkung und sonst.) eine untergeordnete Machtstellung bezeichnet, später sogar zur stehenden Titulatur jedes angesehenen Mannes herabsinkt, sicher ist ferner, dass in der späteren Zeit, die in dieser Hinsicht die ältere wiederspiegeln wird, als נשיאים Gegensatz zum regier. Reschglutha die übr. Mitglieder der Herrscherfamilie benannt wurden. (Cf. Benj. voce Tud. ed. Asher I p. 64 ראש הגולה עם נשיאי ביק דוד)• Rabba b. Abbahu mag also ein solches angesehenes Mitglied des Exilarchenhauses, das vielleicht einen eignen Hofstaat hatte, gewesen sein. Er war aber weder Exilarch noch Exilarchatsverweser, wie Crochmal unbegründeter Weise will. S. das. S. 40 ff. (Irrtümlich ist jedenfalls übrigens die Vermutung Josts IV, 288, Nachmans Gemahlin Jalta sei die Tochter des Patriarchen Gamliel ben Jehuda hanasi gewesen, cf. dazu Gittin 67 b und sonst). 1j Da Nathan I. nur sehr kurze Zeit regiert zu haben scheint, so ist es unwahrscheinlich, dass er Huna’s II. Sohn war. Vielleicht dürfte er vielmehr mit dem Berachot 13 b im Namen Rab Jehuda’s (220—299) tradie• renden Nathan bar Mar Ukba zu identificieren sein, der ungefähr in diese Zeit zu zetzen wäre. Es wäre dann anzunehmen, dass statt ב^י kleinen Chronikon, das im Zweitältesten, aber zum teil gekürzten Druck Basel 1527 ed. Münster fehlt, ursprünglich ״Sohn Nathans“ gestanden hat. Indessen wird nirgends gesagt, dass derselbe ein Sohn unseres Mar Uhba gewesen ist, wie Juch. ed. Fil. 171, Sed. had. s. voce Ukba u. Crochmal glauben.