Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- X. (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 80 (sequence 86)
- Language
- German
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80 diesem Fürsten berichtet wird, unter dem die Magier eine so grosse Macht erhielten, wie nie zuvor1). Da aber das Wesen des Reschgolats in der ״Herrschaft von Zeiten des Königs* (Scher, in Juch. 88 a) bestand, so sank dasselbe jetzt zum leeren Namen herab, dessen Führung vielleicht ausdrücklich untersagt war. Wenigstens wäre dieser Schluss möglich aus dem Bericht Tabari’s, Ardashir habe alle Selbständigkeit der Satrapen vernichtet und dadurch jede Macht zwischen sich und dem Volk beseitigt, (Cf. Nöldeke ״Tabari* S. 15 ff* 26) so wird es zu erklären sein, wenn wir Mar Ukba zwar als die angesehenste Persönlichkeit in Babylonien, die auch dem Ausland als solche bekannt war2), aber doch keineswegs mit dem autoritativen Ansehen bekleidet finden, wie es der Exilarch kraft seiner Würde genoss, wenn er von Anfeindungen nicht verschont blieb, ohne doch die Regieimng gegen dieselben zu Hülfe zu rufen3 *), und wenn er endlich eine solch5 lebhafte religionswissenschaftliche Thätigkeit entfaltete, wie sie bis auf R. Aschi’s Zeiten von keinem andern Fürsten berichtet wird. Da aber Mar Ukba sein Amt kaum später als c. 210 angetreten haben kann, jedenfalls noch zur Zeit der Partherherr- Schaft, so hat Arderän ihn sicherlich als ראש גלותא bestätigt und hat er als solcher bis 226 mit der ganzen Machtfülle dieses *) Agathias ed. Niebuhr II, 123. Ueber den wesentlich religiösen Charakter dieser Staatsumwälzung vergl. Mommsen V, 411, 412, 415 f. Gibbon I, 2* S. 6 ff. 2) Gittin 7 a, Rosch haschana 19 b oben S. 77 Anm. s) Gittin 7 a oben 1. c. Ueber die Lebenszeit Eleasars in Palästina fehlt es durchaus an genaueren Angaben. Wir wissen nur, dass er aus Babylonien, wo er Rab und Samuel hörte, auswanderte, um תלכדדחבר R. Joehanan’s zu werden (etwa um 230; er starb nach Sch. 279, dagegen Frankel ״Einl. i d. Jer.w 113a). Da wir nicht daran zu denken brauchen, dass er schon Schulhaupt (um 279) sein musste, als Mar Ukba, der mit ihm, wie es scheint, von Babylonien aus in ein engeres freundschaftliches Verhältnis gegangen war, ihn um seinen Rat bat (wie Bacher Ag. d. Am. 72 Anm. 9 will), von einem Exilarchen aber höchst wahrscheinlich die Rede ist, so wird unser Mar Ukba wohl hier gemeint (der wahrscheinlich mit dem Mar Ukba, bei dem sich Anan über Huna (Keth 69 a f.) u. Nachman (das 79 a) beklagt, identisch ist. Ein Exilarch Ukban b. Abba hat niemals sonst existiert als bei Fürst ״Or1847 ״ S. 232. Cf. weiter 8. 96 Anm. 1.