Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- X. (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 77 (sequence 83)
- Language
- German
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77 verwaltet wurde 1), auszudehnen, also sozusagen geistlicher und weltlicher Oberherr zu werden, so musste er doch bald erkennen, dass der Gelehrtenstand, dessen ähnliche frühere Be- Strebungen das Principat selbst im Hinblick auf die ihm daraus anscheinend erwachsenden Vorteile wohl unterstützen mochte2}, jetzt durch seinen stets zunehmenden Einfluss auf die Gemüter zu einer Macht heranwuchs, welche dem ihr nicht genehmen Fürsten zum mindesten seine Popularität zu rauben vermochte. Und gerade jetzt kam eine Zeit, in der nicht nur vor allem die Einkünfte desselben, die in der talmudischen Zeit höchstwahrscheinlich nach altasiatischer Sitte nicht aus einer bestimmten Steuer, wie sie später eingeführt war3) flössen, sondern aus freiwilligen Geschenken bestanden 3), sondern der Fortbestand des Exilarchats üherhaupt von der Volksgunst abhängig 1wurde. Es ist eine gewiss auffallende Thatsache, dass Mar Ukba, trotzdem er häufig genug im Talmud vorkommt, niemals ausdrücklich als Reschglutha oder vielmehr einmal geradezu als Ab beth Din4) bezeichnet wird, also als Träger einer diesem untergeordneten Würde4) ein Umstand, der häufig Anlass gegeben hat, sein Exilarchat sehr mit Unrecht zu bezweifeln5). Ich glaube die hierin liegende Schwierigkeit ף Oben S. 63 f. 2) Oben ff. 66 über die Unterstützung Chananja’s durch Nechunjan, den damal. Fürsten. 3) Siehe unten. 4) Schabb. 55a. Indess scheint Scherira hier gelesen zn haben «מר עוקבא ובי דינן“ Cf. Tos. zu Sanhedrin 31b, wo M. Ukba als Rosch Gola u. R, Gerschom zu Moed Eaton 16 b, wo er als נעייא bezeichnet wird. Dass beiden aber Schabb. 1. c. Scherira’s Lesart Vorgelegen habe, wie Hoffman ״M. Samuel“ 75 will, ist sehr fraglich. 5) Aus den talm. Nachrichten ergiebt sich nicht mit Bestimmtheit, dass er Resckglutlia war. Die Scherira’sche Angabe, er sei Huna I. in diesem Amt gefolgt ואיתמני בתר ר׳הונא י י* מר עוקבא Sch. m Jeck 68b ist auf Grund dessen und auf Grund seines Fehlens im Exilarchenkatalog des S. 0. sutta von Grätz abgewiesen worden als auf blosser Combination beruhend. (Grätz IV. S. 541, 2. Ausg. Note 27 S. 588). Was den zweiten Stützpunkt der Grätzschen Behauptung anbelangt, so hatte dieselbe insofern bisher eine gewisse Berechtigung, da in den an dieser Stelle am stärksten korrumpierten Drucken